Hauptsache, grün

Zwei Schweizer Büros haben in der Wiener Seestadt Aspern Freiräume geschaffen. Während der Platz von Krebs und Herde für Debatten sorgte, hat der Park von Hager Partner geräuschlos den Betrieb aufgenommen.

Fotos: Herta Hurnaus

Zwei Schweizer Büros haben in der Wiener Seestadt Aspern Freiräume geschaffen. Während der Platz von Krebs und Herde für Debatten sorgte, hat der Park von Hager Partner geräuschlos den Betrieb aufgenommen.

Die 30-minütige U-Bahn-Fahrt führt vom Wiener Zentrum zur grössten Baustelle der Stadt. 2010 fuhren auf dem Gelände des ehemaligen Flugfelds Aspern die ersten Bagger auf und hoben einen künstlichen See aus. Seither ragen rote Baukräne in die Luft, und Jahr für Jahr rücken sie ein wenig weiter rund um das nasse Zentrum. Wer zu den über 9000 Menschen zählt, die bereits hier wohnen – die ersten sind 2014 hergezogen –, ist Baustellen gewohnt. Wenn die Baumaschinen jedoch, wenige Monate nachdem sie abgezogen sind, ins Quartier zurückkehren, gibt das auch in der Seestadt zu reden. ###Media_2### Asphalt – vom Alleskönner zum Klimasünder Das Seeparkquartier bildet den Auftakt zur Stadterweiterung und grenzt direkt an die U-Bahn-Haltestelle Seestadt. Wie Bruchschokolade stapelten sich dort im Frühling frisch herausgebrochene Asphaltstücke. Daneben lagen Bäume, die darauf warteten, eingepflanzt zu werden. Einige Passanten schüttelten den Kopf ob dieser Szenerie. Die Bäume waren bei der Planung aber nicht etwa vergessen worden – 86 Platanen wurden im verästelten Quartier bereits gepflanzt. Die vielen Bäume waren ein wesentliches Merkmal des Wettbewerbsbeitrags, mit dem das Landschaftsarchitekturbüro Krebs und Herde 2015 den Wettbewerb für die Freiraumgestaltung für sich entscheiden konnte. Auf die hohe Bebauungsdichte und den bunten Nutzungsmix reagierte das Winterthurer Planungsteam mit einem Konzept, das Platz bietet für Strassencafés, einen Wochenmarkt oder ein Quartierfest. «Dieser Ort muss ähnlich viel leisten wie die Zürcher Bahnhofstrasse», sagt Matthias Krebs. «Zudem hat er das Potenzial, der neuen Stadt einen urbanen Charakter zu verleihen.» Asphalt sollte den Boden unter den grünen Baumkronen bedecken. Ein Material, das einen hohen Gehkomfort bietet, mit Kinderwagen, Trottinett und Löschfahrzeug befahrbar ist und geringe Unterhaltskosten verursacht...

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