Redaktor Urs Honegger will eine gewaltfreie Alternative zum Militärdienst. Fotos: Jonas Weibel

Gewaltfrei für die Landschaft

Die geplante Revision des Zivildienstgesetzes ist ein Rückschritt – denn sie gefährdet die Bemühungen für die Biodiversität und den Landschaftsschutz in der Schweiz.

Mein Sohn ist 18 Jahre alt und macht die Lehre zum Landwirt. Er arbeitet hart und träumt von einer regenerativen Landwirtschaft, die zu Boden, Tieren und Menschen Sorge trägt. Ausserdem will er keinen Militärdienst leisten, dafür aber unbewaffneten Zivildienst.  Pro Jahr werden zwei Millionen Zivildiensttage absolviert – drei Viertel davon im Sozialbereich, in Schulen und im Gesundheitswesen. Doch Zivildienstleistende engagieren sich auch in Organisationen, die sich um die gebaute und unbebaute Umwelt kümmern. Im Oktober 2025 verabschiedete das Schweizer Parlament eine Revision des Zivildienstgesetzes. Diese sieht eine Reihe von Massnahmen vor, die den Zivildienst gegenüber dem Militärdienst unattraktiver machen und die Zulassungen zum Zivildienst – so sagen die Gegner*innen der Revision – um 40 Prozent senken sollen. Diesen Rückgang würden auch Institutionen wie die Denkmalpflege, der Heimatschutz oder Organisationen wie der WWF, Pro Natura und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz zu spüren bekommen. Harte Arbeit für die Natur Ungefähr 15 Prozent der Zivildiensteinsätze finden im Naturschutz und der Landschaftspflege statt. Bund und Kantone etwa setzen Zivildienstleistende für den Unterhalt der ökologischen Infrastruktur ein und fördern damit die Artenvielfalt und die Strukturlandschaft. Andreas Wolf, Geschäftsleiter der Stiftung Wirtschaft und Ökologie (SWO), organisiert solche Einsätze in Schutzgebieten von nationaler Bedeutung: «Die ‹Zivis› übernehmen Arbeiten, die das Gewerbe nicht ausführen will, da sie zu handarbeitsintensiv sind: das Entbuschen von Mooren, Asträumungen oder das Mähen von steilen Trockenwiesen.» Ein Ja würde für die Stiftung mittelfristig 40 Prozent weniger Arbeitskräfte bedeuten, und damit entsprechend weniger Projekte und Einsatzleiter*innen. Die Ziele des Bundes in Sachen Biodiversität könnten so noch weniger er...
Gewaltfrei für die Landschaft

Die geplante Revision des Zivildienstgesetzes ist ein Rückschritt – denn sie gefährdet die Bemühungen für die Biodiversität und den Landschaftsschutz in der Schweiz.

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