Die Umgebungsgestaltung des Hauses Eber durch Møfa Studio zeigt, wie die steinerne Stadt des 19. Jahrhunderts grüner werden kann.
Gegenüber dem Zürcher Schlachthof und dem Stadion Letzigrund, dort, wo sich Bullinger- und Herdernstrasse kreuzen, hat das Büro Wild Architekten ein bis vor Kurzem einsames Blockrandstück von 1904 – das Haus Eber – mit einem neuen Anbau versehen. In der einstigen Eckkneipe mit Mietshaus wohnen jetzt junge Erwachsene in Ausbildung. Dass hier etwas Neues eingezogen ist, zeigt sich auch im Aussenraum: Studio Mofa hat das Grundstück in einen Schwammstadt-Baustein verwandelt. Überall wurde entsiegelt – Vorgarten und Hinterhof präsentieren sich wild und ungestüm. Vorgartengrün anstelle der einstigen Wirtshausterrasse rahmt die Prunkfassade zur Kreuzung hin. Hier wird gewohnt. Zu den Eingängen des Hauses führen Betonstege über den Gartengraben, dessen Bodengitter Bäume und Sträucher durchstossen. Regenwasser kann direkt dort versickern, wo es niederfällt. Statt heissem Asphaltbelag kühlen nun Pflanzen. Vielleicht gerät aber auch der eine oder andere Veloschlüssel zwischen die Gitterstäbe und erfordert kreatives Angeln. Und hält der Vorgarten den regen Verkehr von Fussballfans aus, der an dieser Stelle alle paar Wochen zu erwarten ist? ###Media_5### ###Media_2### ###Media_3###
Der Hof hinter dem Haus ist für die Bewohnerschaft da. Die Hofnutzung oszilliert zwischen ruhig am Rand und öffentlich-belebt im Zentrum. Ruhige Ecken unter Bäumen mit Bänken und Tischen laden zum intimen Gespräch oder zum Lernen im Freien. Es gibt eine öffentliche Feuerstelle für Feste, ebenso einen fest installierten Pingpongtisch. Der Bodenbelag ist mal mineralisch, mal durchlässig und grün, je nach Intensität der vorgesehenen Nutzung. Vor und unter den frisch ergänzten, verandaartigen Laubengängen an der Hoffassade ist der Boden vertieft; in den Graben fliesst das Regenwasser vom Dach in dünnen Schläuchen und regt das Wachstum der Pflanzen an. Die Lauben bieten ein Rankgestäng...
Ein Stück Schwammstadt
Die Umgebungsgestaltung des Hauses Eber durch Møfa Studio zeigt, wie die steinerne Stadt des 19. Jahrhunderts grüner werden kann.
12.11.2025 16:00