«Pflanzen will ich und säen, fällen den alternden Stamm»

Vor 200 Jahren kam Johann Wilhelm Fortunat Coaz zur Welt. Ein Ständchen auf den Erfinder der Landschaft und den Hüter des Waldes. Und eine klimapolitische Aussicht.

Fotos: Staatsarchiv Graubünden

Vor 200 Jahren kam Johann Wilhelm Fortunat Coaz zur Welt. Ein Ständchen auf den Erfinder der Landschaft und den Hüter des Waldes. Und eine klimapolitische Aussicht.

Seit 1832 ist der Bauingenieur und Kartograf Henri Dufour damit beschäftigt, in seinem «Eidgenössischen topographischen Bureau» in Carouge ein neues Bild der Schweiz zu bestimmen. Denn wie Währungen, Zoll- und Postordnungen gibt es unterschiedliche Karten von der Schweiz und damit auch von ihren Landschaften. Dufours Landvermesser und Kartografen haben das Mittelland weitgehend gezeichnet, nun ist der Alpenbogen an der Reihe. Da kommt Coaz ein Brief aus Chur gerade recht. Johann Wilhelm Fortuntat Coaz (1822–1918) notiert im Sommer 1844 in sein Tagebuch: «Bewerbung um die Stelle eines eidg. Ingr. bei Oberst Dufour. Einen Brief, eine gestern ausgeführte topogr. Zeichnung und ein Recommandationsschreiben nach Genf gesandt». Coaz ist eben zurückgekommen aus Tharandt in Sachsen, wo er sich zum Forstingenieur hat ausbilden lassen. Dufour nimmt ihn umgehend in seine Gruppe von Landvermessern auf – Coaz wird nun für die «sieben topographische Campagnen» vornehmlich in Davos, im Engadin und in den Gebirgen dazwischen unterwegs sein. Er lernt, die ihm – dem Alpinisten – bekannte Landschaft mit geodätischen Werkzeugen und Mathematik zu begreifen. Dafür muss er nicht nur auf die Berggipfel steigen, um erhabene Schönheit zu sehen, sondern er soll auch hoch oben Messpunkte fixieren und mit dem Teodoliten zu zwei Punkten Dreiecke festlegen: Triangulationen. «Das Ziehen der Horizontalen war das Schwierigste bei der Sache», schreibt er in sein Tagebuch. Mit den Instrumenten, dem Zeichnungstisch und den ausgefüllten Messtabellen steigen Coaz und seine zwei Gehilfen ins Tal hinunter und bereiten die gesammelten Daten und Berechnungen auf. In der Zentrale in Carouge fertigen die Kartografen 25 Landschaftsblätter im Massstab 1:100 000 an, basierend auf der Feldarbeit; Kupferstecher bearbeiten sie für den Druck – die ‹Dufourkarte›. Landschaftsbild und Kriegserfolg Zeitgleich...

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?