Winter im Maggiatal

Das Tessin ist ein Sommerkanton. Doch um etwas über seine Geschichte zu erfahren, lohnt sich, ihn im Winter zu bereisen. Ein Beitrag zum Jubiläum der Stiftung ‹Ferien im Baudenkmal›.

Fotos: Studio Gataric Fotografie
In Zusammenarbeit mit Ferien im Baudenkmal

Das Tessin ist ein Sommerkanton. Doch um etwas über seine Geschichte zu erfahren, lohnt sich, ihn im Winter zu bereisen. Ein Beitrag zum Jubiläum der Stiftung ‹Ferien im Baudenkmal›.

Kalt und dunkel – für eine Städterin, die an Zentralheizung und Strassenbeleuchtung gewöhnt ist, war die erste Nacht im Baudenkmal in Moghegno eine Herausforderung. Die dicken Mauern des Steinhauses hatten seit dem Sommer ihre Wärme verloren und empfingen ihre neuen Gäste zunächst mit kühler Zurückhaltung. Erst nachdem die zwei Öfen mit dem reichlich vorhandenen Holz befeuert waren, stellte sich im Lauf des nächsten Tages eine angenehme Wärme ein. ###Media_2### Das kleine Dorf ist seit 2004 Teil der Gemeinde Maggia. Die turmartige Ca’ di Bifúi steht mitten in seinem historischen Kern und ist ein baukulturelles Kleinod, dessen Entstehungsspuren bis heute erkennbar sind: Errichtet auf mittelalterlichen Fundamenten, entstand der steinerne Bau im ausgehenden 18. Jahrhundert als Wohn- und Lagerhaus. Die mächtigen Granitplatten, aus denen sich der Boden im Erdgeschoss fügt, zeugen noch heute davon. Die Bauernfamilien, die das Haus bewohnten, erweiterten es im Laufe der Jahrzehnte auf die heutigen drei Stockwerke. Dies erklärt die aussenliegenden Steintreppen und Galerien, die zur Erschliessung dienten. Erst mit dem Umbau zum Ferienhaus kam die innenliegende Treppe hinzu – wärmetechnisch eine wichtige Neuerung! Das Buch der Region Im obersten Geschoss ist heute die gemütliche Stube eingerichtet, in deren Bücherregal natürlich auch der 1970 erschienene Roman ‹Nicht Anfang und nicht Ende› steht. Darin erzählt Plinio Martini eindrucksvoll die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts angesiedelte Geschichte von Gori, dem Sohn einer nur an Kindern reichen Familie aus dem Maggiatal. Das Leben der Bauern – wahrscheinlich in einem Haus wie die Ca’ di Bifúi – war hart, Unglücke gehörten zur Tagesordnung: Erdrutsche, Lawinen oder Hochwasser zerstörten Häuser und rissen Tiere und Menschen mit sich. Hinzu kamen Grippe, Lungenentzündung ode...

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