Tschüss Art and the City

«Art and the City» ist zu Ende. Mit einem Symposium und einem Feuerwerk haben die Veranstalter ein spannendes Schlussbouquet geliefert.

Am 23. September ist mit einem Feuerwerk der Künstlerin Sandra Kranich auf dem Vulkanplatz in Zürich «Art and the City» zu Ende gegangen. Das Festival für Kunst im öffentlichen Raum wurde in seiner ersten Ausgabe laut Pressemeldung von Zehntausenden Kunstinteressierten aus dem In- und Ausland besucht. 43 Werke von Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt haben die Veranstalter, die Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum (AG KiöR), aufstellen lassen. Sie waren vom 9. Juni bis 23. September 2012 zugänglich und wurden mit Events und Führungen begleitet. Mehr als 5000 Personen haben an den rund 300 Kunstführungen teilgenommen, so die Bilanz-Pressemeldung.

Beendet wurde das Kunstfestival mit einem Symposium. Rund 250 Fachleute aus dem In- und Ausland waren im Mobimo-Tower zusammengekommen. Diskutiert haben die Referenten unter anderem die Rolle von öffentlichem Raum («Welche Form von städtischer Allmend suchen wir?», fragte etwa die Architektin Eva Pfannes), welche Rolle darin Kunst einnehmen kann («Kunst kann Öffentlichkeit herstellen, aber keinen öffentlichen Raum», sagte etwa Stadtforscher Tim Rieniets) oder Partizipationsprojekten («Wir sollten uns einig sein, dass wir uns nicht einig werden», so «Alptraum-Partizipation»-Autor Markus Miessen).
Kritisches gab’s auch, kam aber vorwiegend aus dem Publikum. Stadtforscher und Gemeinderat Richard Wolff etwa holte mit seinem Statement – für das er Applaus erhielt – so manchen Kunstfreund wieder auf den Boden der Realität, indem er darauf hinwies, dass die Entscheidungsträger (Grundstückbesitzer/Investoren/Behörden) am Symposium untervertreten waren. Festivals wie «Art and the City» würden zwar auch mit nicht-etablierter Kunst und mit Off-Spaces agieren, aber gleichzeitig das Terrain für Gentrifizierungs-Prozesse in heruntergekommenen Stadtquartieren ebnen, die ebendiesen Künstler und ihren Räumen die nötigen Bedingungen nicht mehr gewährten, so Wolff.

«Art and the City» verfügte über ein Gesamtbudget von 2,1 Millionen Franken. Zwei Drittel der Projektkosten wurden von Privaten übernommen. Der Anteil der Stadt Zürich betrug 700 000 Franken.

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