And the winner is: Meinrad Schade Fotos: zVg

Swiss Photo Award: Der Sieger

Die Spannung stieg im vollbesetzten Unterwerk Selnau, bis nach den Kategoriensiegern schliesslich der Hauptgewinner feststand: Meinrad Schade holte sich den Swiss Photo Award mit seiner Reportage aus Kasachstan.

Als Teil seines langfristig angelegten Projekts  «Vor, nach und neben dem Krieg – Spurensuche an den Rändern der Konflikte» zeigt er, wie die Menschen in einem Gebiet leben, das von fast 500 Atombomen verseucht wurde. Zwischen 1949 und 1989 hatte die Sowjetunion die Region um Semipalatinsk als Atomtestgelände genutzt. Wie die Menschen mit den Folgen umgehen, für die niemand mehr gerade stehen will, hat der Zürcher Fotograf in einer eindrücklichen Reportage erfasst. Dafür erhielt er auch den mit 5'000 Franken dotierten Preis der Kategorie Editorial.

Engagiert vertrat die Jury – Bildchefin und Gründungsmitglied der Zeitschrift Mare, Barbara Stauss, Fotomuseum-Direktor Urs Stahel und Euro RSCG-Chef Frank Bodin - ihren Entscheid, live vor dem zahlreich erschienen Publikum. Sie hätten sich schnell auf eine kleine Auswahl aus den 18 besten Arbeiten geeinigt, und am Schluss ging es hart auf hart zwischen Meinrad Schades Reportage und der grossformatigen Arbeit von Andrea Good, die sie in der Kategorie Fine Art einreichte: eine Camera-Obscura-Aufnahme, zu der sie eine Kirche in Winterthur abdunkelte und während des Gottesdienstes die Umgebung auf einem 50 Quadratmeter grossen Fotopapier aufnahm. Engagiert setzte sich Urs Stahel für dieses Werk ein, doch er konnte sich gegen Barbara Stauss und Frank Bodin, die ebenso feurig für Meinrad Schades Arbeit eintraten, nicht durchsetzen. Kunst gegen Reportage: eine spannende Diskussion, der man gerne länger zugehört hätte.

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