Die CFF muss in den Französischkurs: «arrèt» statt «arrêt» Fotos: Werner Huber

SBB: Eisenbahn informiert auf dem Holzweg

Die SBB hat ihre Ansagen geändert. Nun macht sie einen Schritt zurück - leider bloss einen halben.

«Fribourg» heisse bald wieder «Freiburg» und im Gegenzug werde aus «Murten» bei den französischsprachigen Zugdurchsagen wieder «Morat». Dies melden die Zeitungen heute. Damit macht die SBB auf dem Holzweg, auf dem sie sich seit dem Fahrplanwechsel bei der Kundeninformation befand, einen halben Schritt zurück. (Dass die Anzeigen in den Zügen einen Schreibfehler aufweisen - «arrèt» statt «arrêt» - ist ein anderes, etwas peinliches Thema, siehe Foto.)

Man wolle die akustischen Durchsagen mit den Aufschriften in den Bahnhöfen in Einklang bringen, hiess es. Konkret: Bei den Durchsagen in den Zügen und auf Bahnhöfen wird in allen Sprachen nur die am jeweiligen Bahnhof und im Zug angeschriebene Bezeichnung verwendet. So wurde halt aus «Freiburg» auch in der deutschen Fassung «Fribuur», das französische «Viège» musste «Visp» Platz machen.

Ganz konsequent war man dann natürlich doch nicht. Die Deutschsprachigen treffen weiterhin in «Genf Flughafen» ein und nicht in «Schönäf Aëropor», und für die Französischsprachigen heisst es nicht «Suric Auptban'of», sondern «Zurich Gare Centrale».

Aber wozu überhaupt die ganze Übung? SBB CFF FFS: Die Bahn hat die Mehrsprachigkeit ja schon im Namen, und es gibt halt einfach Orte, die in unterschiedlichen Sprachen unterschiedlich heissen. Deswegen muss man «Bellinzona» ja nicht als «Bellenz» ankündigen.

Wenn dann jemand in Solothurn sitzen bleibt, weil er nicht merkt, dass «Soleure» und «Solothurn» das gleiche ist, dann hat er wenigstens etwas gelernt.

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