Visualisierung des Klanghauses Toggenburg von Meili & Peter Architekten

Klanghaus Toggenburg versenkt

Überraschender Entscheid des St.Galler Kantonsrates: Nach zwei klaren Ja vorab wurde das Projekt für das Klanghaus von Meili & Peter Architekten in der Schlussabstimmung versenkt.

Seit rund zwanzig Jahren kümmern sich Musikfreunde im Toggenburg im Kanton St.Gallen um  Naturtöne, um Jodel und Sennrufe aber auch um die Klänge von Glocken oder Hölzern. Daraus ist die Klangwelt Toggenburg entstanden. Seit über zehn Jahren werden Kurse organisiert, der Klangweg ist zum beliebten Ausflugsziel geworden und seit 2011 gibt es die Klangschmiede in Alt St.Johann.

Nun sollte mit dem lange ersehnten Klanghaus am Schwendisee in Unterwasser ein Kursort für die Klangwelt entstehen. Der Kanton St.Gallen hatte dazu einen Wettbewerb organisiert, den Meili & Peter Architekten gewannen. An den 24 Millionen Franken teuren Bau wollte der Kanton 19 Millionen zahlen, vorausgesetzt die weiteren 5 Millionen würden durch Private oder Stiftungen rechtsverbindlich zugesagt.

Zweimal sagte der Kantonsrat ja zum Projekt: im vergangenen Dezember und auch wieder am 29. Februar. Doch schon am 1. März in der Schlussabstimmung war alles anders. Die 56 Ja reichten für das nötige Quorum von 61 Stimmen nicht aus. Teilen der SVP-Fraktion, den Grünliberalen und der BDP, aber auch Teilen der CVP war das Projekt zu teuer und einige Ratsmitglieder waren bei der Abstimmung nicht im Saal.

Regierungsrat und Kulturminister Martin Klöti (FDP) kommentierte das Abstimmungsverhalten nach den zwei vorangegangenen Ja als «Affront». Der Kultur weht im Kanton St.Gallen aber auch sonst ein eisiger Wind entgegen. Im Dezember hatte der Kantonsrat bereits den Kunst-und-Bau-Beitrag ans Klanghaus verweigert. Mit dem neuen Finanzplan verlangt das Parlament auch eine generelle Plafonierung der Kulturausgaben. Die in Aussicht gestellte bauliche Sanierung des 1968 in Betrieb genommenen St.Galler Stadttheaters von Architekt Claude Paillard wird es unter diesen Umständen sehr schwer haben.

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