Avenida Paulista, São Paulo, Brazil, 2002 Fotos: Tobias Madörin

Landschaft, gebraucht

Tobias Madörin fotografiert seit 1991 Landschaften – in der Schweiz, in Spanien, Deutschland, Brasilien und Argentinien, Uganda oder Indonesien. Eine Auswahl seiner Arbeiten zeigt die Galeristin Mirjam Cavegn ab morgen in der Photobastei.

Tobias Madörin fotografiert seit 1991 Landschaften – in der Schweiz, in Spanien, Deutschland, Brasilien und Argentinien, Uganda oder Indonesien. Sie erzählen, was Natur zur Landschaft macht: Unser Eingreifen. Tobias Madörin interessiert sich nicht für die Fiktion einer unberührten Natur, sondern richtet seinen Blick auf Orte, die  durch uns geschaffen werden. Sie tragen die Narben von Handel und Abbau, von Verkehr und Stadt, von Vergnügen und sozialem Elend. Madörins Bilder zeigen, wie Landschaft durch ihren Gebrauch entsteht. Nicht anklagend, sondern konstatierend. Selbst in Aufnahmen, die auf den ersten Blick keine menschlichen Spuren tragen: Weshalb liegt die Zunge des Oberen Grindelwaldgletscher löchrig, schmutzig und viel zu klein im Muränenbett? Die grossformatigen, ruhig aufgebauten Bildern, oft aus einer erhöhten Perspektive aufgenommen, binden so die Landschaft untrennbar an die Menschen, die sie sie sich zu Dienste machen – und durch diesen Gebrauch selber geprägt werden.

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