Buchcover

Kunst im Bergell

Vier Sommer lang sorgten der Churer Galerist Luciano Fasciati und sein Team dafür, dass das ins Alter gekommene Hotel Bregaglia in Promontogno im Bergell zum Pilgerort für Kunstinteressierte wurde. Jetzt ist die Kunst wieder weg – aber in einem Buch dokumentiert.

Es waren mehr als vierzig Kunstwerke, von der kleinen Intervention bis zum grossen Objekt, die jeweils in der Sommersaison ab 2010 bis 2013 im Arte Hotel Bregaglia in Promontogno zu sehen waren. Bekannte Namen waren vertreten: Von 

Judith Albert über Hans Danuser und Roman Signer bis zu Not Vital. Das etwas lottrig gewordene Hotel bot eine wundersame Bühne und das kunstinteressierte Publikum entdeckte im abgelegenen Bergell ein oft augenzwinkerndes Zusammenspiel von einst und heute.

Nach vier Saisons ist – bis auf das Werk «Himmelnomal» von Jules Spinatsch, die bemalte Decke in der Hotelhalle – die Kunst wieder verschwunden. Doch sie ist dokumentiert. Das über zweihundert Seiten starke Buch blendet zusätzlich auf vorangegangene Kunstevents im Tal zurück und auf die Bau- und Stilgeschichte des fast 140 Jahre alten Hotels, an dessen Anfang im 19. Jahrhundert ein Wirtschaftskrimi stand.

Galerist Luciano Fasciati, dessen Vorfahren aus dem Bergell stammen, hat von der Kunst im Hotel Bregaglia Abschied genommen, aber das nächste Projekt ist bereits angekündigt. Er wird im benachbarten Ort Coltura das Schloss Castelmur mit zeitgenössischer Kunst bespielen.

Buchhinweis: Luciano Fasciati, Progetti d'Arte in Val Bregaglia. Mit Beiträgen von Angelika Affentranger-Kirchrath, Walter Angonese, Kathleen Bühler, Luciano Fasciati, Céline Gaillard, Gisela Kuoni, Nadine Olonetzky, Cordula Seger. 2014, 228 Seiten, 151 Abbildungen. Verlag hier + jetzt

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