Im Beitrag der italienisch stämmigen Bewegung Slow Food ist vom Expo-Rummel wenig zu spüren. Fotos: Daniel Bernet

Fressen und gefressen werden

Die Expo in Mailand? Eine zynische Fressmeile, findet unser Redaktor. Nationen sind nur die Vorspeise, Grosskonzerne das Hauptgericht. Schliesslich stösst er doch noch auf zwei Orte, die ihn milde stimmen.

Einer von neun Menschen hungert. Das ist das erste, das ich hinter dem Expo-Eingang serviert bekomme. Er folgen viele weitere Zahlen zum diesjährigen Motto Ernährung: Die Schwerpunktausstellung Getreide teilt mir etwa mit, dass Pommes Frites einen Durchmesser von 5 bis 10 mm haben und am besten werden, wenn man sie bei 120 bis 160° 8 bis 10 Minuten frittiert und dann noch etwas bei 175 bis 190°. In Belgien lerne ich, dass das Land 35 verschiedene Pommes-Saucen zu bieten habe und der Belgier im Schnitt 100 Liter Bier pro Jahr trinke – «small country, great food». In der Schweiz geht es ja bekanntlich für einmal nicht um Quali-, sondern um Quantität: Unter anderem 840’000 Apfelringli stapeln sich dort und Syngenta und Nestlé dürfen stolz zeigen, wie sie die Welt retten. So ist das dieses Jahr auf der Expo: Während man vor dem ohrenbetäubenden Folklorelärm aus dem Iran flieht (erzeugt von einer Art Dudelsack aus einer Schweinsblase, die komischerweise mit einem Giraffenfellmuster bemalt ist), un...
Fressen und gefressen werden

Die Expo in Mailand? Eine zynische Fressmeile, findet unser Redaktor. Nationen sind nur die Vorspeise, Grosskonzerne das Hauptgericht. Schliesslich stösst er doch noch auf zwei Orte, die ihn milde stimmen.

Dieser Inhalt steht nur Abonnentinnen zur Verfügung. Testen Sie unser Angebot einen Monat gratis und lesen Sie direkt weiter.

  • – alle Beiträge auf Hochparterre.ch
  • – Das E-Paper auf allen Geräten
  • – 20% Rabatt auf alle Bücher und Veranstaltungen

1. Monat gratis, dann CHF 14.- pro Monat (monatlich kündbar)
jetzt bestellen

Sie sind Abonnent und haben ein Login? Dann loggen Sie sich hier ein:

Sie sind Abonnent, haben aber noch kein Login? Dann registrieren Sie sich jetzt
registrieren

Alle unsere Print- und Digital-Abonnemente finden Sie im Abo-Shop:
zum Abo-Shop

Für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns unter 044 444 28 88 oder verlag@hochparterre.ch