Frauen vor!

Die FAZ stellt neun Frauen, die in Kunst, Architektur und Kultur tätig sind, die Gretchenfrage: Wie halten sie es mit der Geschlechterfrage? Weshalb haben sie in männlich dominierten Feldern trotzdem Erfolg und was braucht es, damit sie nicht mehr allein sind?

Die FAZ stellt acht Frauen, die in Kunst, Architektur und Kultur tätig sind, die Gretchenfrage: Wie halten sie es mit der Geschlechterfrage? Weshalb haben sie in männlich dominierten Feldern trotzdem Erfolg und was braucht es, damit sie nicht mehr allein sind?

Bemerkenswert, wie differenziert die Antworten ausfallen.  Frauen ziehen stets den Kürzeren, sobald es um die Professionalisierung einer neu auftretenden Bewegung gehe, die sie selbst miterfunden haben, beobachtet Musikproduzentin Gudrun Gut. Old Boys-Networks verhinderten, dass Frauen in Kulturinstitutionen an die oberste Stelle kommen, meint Gabriele Horn, die in Berlin die «Kunst-Werke» leitet. Und sie fordert, die für Frauen typische Doppelbelastung nicht als pathologisch zu definieren. Aufschlussreich, wie sich die Architektin Zaha Hadid zitieren lässt, für die die Härte des Berufs alle betreffe, Männer und Frauen. Erfolg ist für sie denn auch unabhängig von Geschlechterfragen: «Vielleicht war es eher meine Extravaganz als meine Weiblichkeit, die mich mit solcher Entschiedenheit hat nach Erfolg streben lassen, jedenfalls war ich immer schon sehr entschlossen.» Und man pflichtet ihr gerne bei: Die Zeiten, als Architektur ein fast ausschliesslich von Männer ausgeübter Beruf war, sind gottseidank vorbei, und man listet alle die Architektinnen auf, die man kennt.

Viel erreicht, und trotzdem nicht alles im Lot? Ja, meint Pipilotti Rist, die im Übrigen nicht glaubt, dass es so etwas wie feministische Kunst gebe. Ein paar Generationen werde es wohl noch dauern, bis sich die Lage normalisiert habe. Bis dahin bleibt den Frauen nichts anderes übrig, als je nach Situation auf die F-Frage zu antworten: «Wenn ein netter Mensch mich fragt, sage ich nein, weil ich es zu egozentrisch finde, dauernd auf die Rechte der eigenen Gruppe zu pochen. Wenn ein doofer Mensch mich fragt, sage ich, ja, ich bin Feministin, weil ich ihm die Freude nicht lassen will, sich hämisch darüber zu amüsieren, dass die Befreiten sich von den Befreiern lossagen und sich gegen sie stellen.»

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