Der dänisch-isländische Künstler Olafur Eliasson (*1967) ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Künstler. Fotos: Franca Candrian © 2020 Olafur Eliasson

«Der Unterschied zwischen Wissen und Erleben ist unendlich gross»

Olafur Eliasson ist UN-Botschafter für den Klimaschutz. An seiner Ausstellung im Kunsthaus Zürich sprachen wir mit ihm über Erleben und Emotion, Wissen und Wirkung, Hoffnung und Handeln.

Axel Simon: Im Sommer 1999 habe ich in Süddeutschland die totale Sonnenfinsternis beobachtet. In dem Moment, als es plötzlich dunkel wurde und kühl, haben ich plötzlich geweint. Können Sie mir das erklären? Olafur Eliasson: Eine emotionale Reaktion steht oft eher in Zusammenhang mit Erwartungen und Erinnerungen, als mit dem Moment an sich. Ich glaube, dieser zeitliche Ablauf ist zentral für unser Verständnis von uns selbst und der Welt. Auch in einer Ausstellung wie dieser hier hat man Erwartungen, Begegnungen und Erinnerungen. Für mich ist das körperliche Erlebnis wichtig, weil es Konnektivität schafft, Vernetzung. Wenn man etwas emotional-physisch wahrnimmt, wird es nicht nur intellektuell klar, sondern zieht wie ein Wind vom Kopf durch den Körper. Viele Ihrer Werke sprechen eine Gefühlsebene an, erzeugen Ergriffenheit. Wie machen Sie das? Ich bin ja über Tanz zur Raumwahrnehmung gekommen, über Breakdance. Die Geschichte des Tanzes und seiner dekonstruktivistischen Richtungen haben mich imme...
«Der Unterschied zwischen Wissen und Erleben ist unendlich gross»

Olafur Eliasson ist UN-Botschafter für den Klimaschutz. An seiner Ausstellung im Kunsthaus Zürich sprachen wir mit ihm über Erleben und Emotion, Wissen und Wirkung, Hoffnung und Handeln.

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