Vom hässlichen Reifen zum schönen Schwan: Skultur auf dem Bahnhofplatz von Güttingen.

Der Reifenschwan

Auf dem Bahnhofplatz von Güttingen am Bodensee steht diese bemerkenswerte Skulptur. Ein Schwan, mit Herzblut geschnitten aus einem alten, weiss gefärbten Autoreifen, dessen Perforationen nutzend für einen ausserordentlich expressiven Hals und aggressiven Schnabel. Wir sehen ein Muster für vernünftiges Design, das Recycling keineswegs nur technisch versteht, sondern es gestalterisch veredelt.

Und überdies füllt die anonyme Bildhauerin - wir finden weder Signatur noch Jahr - ihr Werk mit Gärtnerkunst im Schwanenbauch. Also überhöht sie ihre auf den ersten Blick anschauliche Kunst zu einer Martin Heidegger lobenden Meditation über den Körper als Tragenden und die Hülle als Umfassende allen Seins und aller Gedanken. Und wieder zurück auf dem Erdboden stellen wir fest: Ein schönes Stück Non-Intentional-Design, denn Pirelli oder Goodyear dachten nie daran, einmal als Schwan in Güttingen zu enden.

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