Der Hafenkran hat seine Schatten weit voraus geworfen.

Abgesang auf den Hafenkran

Bald wird der Hafenkran stehen. Seine Funktion als Auslöser einer breiten Diskussion über Kunst im öffentlichen Raum hat er aber schon lange erfüllt. Die städtebauliche Diskussion rund um den Limmatquai beginnt allerdings erst.

Der Mohr hat seine Schuldigkeit mehr als getan. Mit dem Aufstellen des Hafenkrans endet die nunmehr fünf Jahre andauernde Diskussion über Sinn und Unsinn des Projekts «zürich transit maritim». Bei der Präsentation des siegreichen Wettbewerbsentwurfs im Jahr 2009 sprachen die Autoren Jan Morgenthaler, Barbara Roth, Martin Senn und Fariba Sepehrnia noch zaghaft vom «Kino in den Köpfen» das der Hafenkran auslösen solle. Noch im selben Jahr verliehen sie mit der Montage von fünf gusseisernen Hafenpollern am Limmatquai ihrem Projekt und ihrer «Archäologie der Zukunft» Nachdruck. Obwohl die ortsfremde, kraftvolle plastische Geste eigene Bilder und Erinnerungen im Kopf des Betrachters auslösen und dabei helfen wollte, einen alten Ort neu zu sehen, entwickelt sich daraus eine rasant geschnittene, mit hitzigen Szenen und Dialogen gefütterte und mit (zumindest von der Gegenseite) reisserischen Bildern inszenierte Polit-Soap. Wir erinnern uns gerne an einzelne Szenen daraus, etwa an die Gemeinderäte Susi Gut und Markus Schwyn (PfZ – Partei für Zürich), die den Hafenkran Ende 2009 erst einmal zum Kippen brachten und damit der Kunstlobby das Fürchten lehrte. Wir erinnern uns aber auch daran, wie der Stadtrat (der bekanntlich nicht immer einer Meinung ist mit dem Gemeinderat) das Projekt immer wieder taktisch geschickt aus der Schusslinie des Gemeinderats zog um es dann wieder leise und im Hintergrund zu reanimieren. Höhepunkt des dramatischen Hin und Hers bleibt wohl, dass der abtretende Stadtrat Martin Waser das vom Gemeinderat trotzig ins Budget geschnittene Loch nun ebenso trotzig aus dem eigenen Sack berappt. Ganz in Hollywood-Manier hat er den SMS-Verkehr mit seiner Frau öffentlich gemacht, der dieser Winkelried-Aktion vorausging und so für ein Happyend gesorgt, das manche Schlusskurve in  einer Seifenoper toppt. Selbstverständlich sind auch die Medien sind lustvol...
Abgesang auf den Hafenkran

Bald wird der Hafenkran stehen. Seine Funktion als Auslöser einer breiten Diskussion über Kunst im öffentlichen Raum hat er aber schon lange erfüllt. Die städtebauliche Diskussion rund um den Limmatquai beginnt allerdings erst.

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?