«Wirksames Erhalten und schönes Entwickeln von Berg- als Kulturlandschaften brauchen eine kluge und gute Förderung der Tierhaltung», sagt Köbi Gantenbein.

Landschaftsschutz mit Tieren

Der Nationalrat berät die Landwirtschaftspolitik bis 2017. Er gibt dem Bauern als Landschaftspfleger viel Kredit. Gut so. Mit Blick auf die Berglandwirtschaft ist aber ebenso wichtig, dem Bauern als Tierhalter zu vertrauen. Denn ein Bergbauer, der Kühe, Ziegen, Schafe und Schweine hält, für deren Futter er Wiesen und Äcker bestellt, ist der bessere Landschaftspfleger als einer, der nur als Gärtner ästhetische Vorstellungen der zahlenden Städter umsetzt. Lesen Sie den ganzen Kommentar des Chefredaktors.

Die politische Schweiz feiert immer dann Hochzeit, wenn der Bundesrat eine Reform der Landwirtschaftspolitik vorlegt. So in diesen Tagen. Das ist gut so, denn wir dürfen nicht vergessen, dass mindestens so viele Schweizerinnen und  Schweizer alles über das richtige Bauern wissen wie über Fussball. Und deshalb will auch ich nicht hinten anstehen und zu bedenken geben: Es ist ein Fehler, wenn die Politiker und Agrarbeamten Tierhaltung und Landschaftspflege auseinander dividieren, wie das in diesen Tagen der Debatte um die Landwirtschaft bis 2017 geschieht. Der Fehler zeigt sich vorab in den Berggebieten, wo die Ausgleichzahlstellen des Bundes die Bauern schon seit 25 Jahren auch als Landschaftsgärtner anstellen. Das ist gut und richtig so. Dass diese Idee von Reform zu Reform forciert wird, ist aber ein Problem. Denn so gewinnt von Mal zu Mal die Aesthetik des städtischen Menschen an Gewicht. Die Forscher des Nationalfonds haben ja herausgefunden, dass er sich viel mehr an verbuschenden Wiesen und der Verwaldung stört als die Bergbäuerin. Er malt diese darum in bunten Farben als Gärtnerin seiner Freizeitlandschaft aus, die dafür zu sorgen hat, dass die Berge, ihre Wiesen und Wälder zum ästhetischen Konsum gerüstet werden.Nun ist aber die produktive Arbeit am Land die weitaus beste Landschaftspflege, wenn sie Rücksicht nimmt auf schonendes Ackern und Weiden. Der Kreislauf von der Wiese zum Tier auf die Wiese kann nicht ohne Weiteres ersetzt werden vom Kreislauf der Wiese zum Wunsch des Touristen auf die schöne Wiese. Andersherum: Wirksames Erhalten und schönes Entwickeln von Berg- als Kulturlandschaften brauchen eine kluge und gute Förderung der Tierhaltung. Und zwar einer sanften und tiergerechten Zucht und Haltung. Ich jedenfalls bin skeptisch, dass in diesen Zeiten ökonomischer Umbrüche die Gesellschaft auch übermorgen noch bereit sein wird, die Bauern für ästhe...
Landschaftsschutz mit Tieren

Der Nationalrat berät die Landwirtschaftspolitik bis 2017. Er gibt dem Bauern als Landschaftspfleger viel Kredit. Gut so. Mit Blick auf die Berglandwirtschaft ist aber ebenso wichtig, dem Bauern als Tierhalter zu vertrauen. Denn ein Bergbauer, der Kühe, Ziegen, Schafe und Schweine hält, für deren Futter er Wiesen und Äcker bestellt, ist der bessere Landschaftspfleger als einer, der nur als Gärtner ästhetische Vorstellungen der zahlenden Städter umsetzt. Lesen Sie den ganzen Kommentar des Chefredaktors.

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?