Köbi Gantenbein ist Chefredaktor von Hochparterre.

Ein Wettbewerb für Churs Westen

Ein Wettbewerb stehe für die weitere Entwicklung von Chur West nicht im Vordergrund, erklärt der Stadtarchitekt Peter Göldi. Warum ein Runder Tisch für die Zukunft des Quartiers nicht hinreichend und ein Wettbewerb nötig ist, um den fachlichen Diskurs unter Urbanisten, Architektinnen und Immobilienleuten zu fördern – ein Kommentar.

Vor einer Woche frug mich Olivier Berger in einem Interview für die Zeitung Schweiz am Sonntag zu Hochparterres 25igstem Geburtstag allerlei übers Schreiben, zum Zeitungmachen und über Baukultur – auch über Churs Westen sprachen wir. Mein Vorschlag für einen urbanistischen Wettbewerb wurde in Zeitungsbeiträgen in den Tagen darauf lebhaft diskutiert. Ich fasse zusammen: Eine Stadt bauen, heisst mehr als Häuser bauen. Erfahrungen und die Vernunft zeigen, dass eine bedächtig geplante Stadt nicht nur für alle, die in ihr wohnen, arbeiten und Freude haben ein Gewinn ist – auch Grundbesitzer und Investoren in Immobilien profitieren entscheidend von gutem Städtebau. Nicht umsonst garantieren schmucke Altstädte schöne Renditen. Nicht umsonst sind Zürichs neue Stadtteile nicht nur städtebaulich ambitioniert, sondern auch ein Eldorado für Investoren. Ein Stadtplan entsteht nicht aus dem Zusammenzählen aller Ansprüche, er braucht den fachlichen Diskurs unter Urbanisten, Architektinnen und Immobilienleuten. Ein Wettbewerb ist eine Möglichkeit dafür. Die Stadtregierung und ihr Architekt Peter Göldi haben für die Entwicklung von Churs Westen zum Runden Tisch eingeladen. Das ist wichtig und gut, aber nicht hinreichend. Ein urbanistischer Entwurf wird diese Ideen  – auch die untergründigen und widerborstigen –  zu Substanz und Bild für eine zukunftsfrohe Stadt verbinden. Chur hat für solche Prozesse mit dem Können «von aussen» gute Erfahrungen gemacht. Der Plan für die Lacuna kommt vom Unterländer Hans Marti. Thomas Domenig Vater und Sohn haben ihn zur nach wie vor beispielhaften Stadt gebaut. Die Kantonsschulen entstanden in einem Wettbewerb ebenso wie Churs Markstein – der Bahnhof für die Postautos und die Züge. Nachdenken über Churs Westen in einem Wettbewerb für einen Masterplan, heisst das Können der Architekten einladen – der Wägsten weit he...
Ein Wettbewerb für Churs Westen

Ein Wettbewerb stehe für die weitere Entwicklung von Chur West nicht im Vordergrund, erklärt der Stadtarchitekt Peter Göldi. Warum ein Runder Tisch für die Zukunft des Quartiers nicht hinreichend und ein Wettbewerb nötig ist, um den fachlichen Diskurs unter Urbanisten, Architektinnen und Immobilienleuten zu fördern – ein Kommentar.

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