liebeundarchitektur

Die Liebe im Architektenleben

«Einer meiner guten Freunde hat sein Leben auf Liebes- und Architektenpartnerschaft mit einer Frau eingerichtet. Er Architekt, sie Architektin. Und im Auge das gemeinsame Werk. In den sorgsam vorbereiteten Lebensplan traten aber kurz nacheinander zwei Mädchen und ein Bub.» So beginnt die Kolume von Chefredaktor Köbi Gantenbein zum Lesen oder Hören.

Einer meiner guten Freunde hat sein Leben auf Liebes- und Architektenpartnerschaft mit einer Frau eingerichtet. Er Architekt, sie Architektin. Und im Auge das gemeinsame Werk. In den sorgsam vorbereiteten Lebensplan traten aber kurz nacheinander zwei Mädchen und ein Bub. Mein gutes Zureden, die Aufgaben anders zu verteilen, versandeten an der Macht der Gewohnheit und unter dem Druck des Geldes. Einmal war es die dringende Wettbewerbsabgabe, dann ein komplizierter Bauherr – keine Zeit hatte er für die Kinder und sie keine für die Projektkritik. Sie begann zu hinken und er stolperte durch die Monate. Und handelte. Denn mein Freund mochte von seiner fixen Idee keinesfalls lassen: Die ewige Liebe, wachsend im Werk. Und eines Tages, nach fünfzehn Jahren Ehe, wechselte er seine Frau aus mit einer Mitarbeiterin im Atelier. Die erste Erklärung dieser Passion heisst Kleingewerbe: Anders als unter Biologinnen, Bankiers oder Pfarrern ist unter Architekten das eigene Atelier Wunsch und Ziel. Kaum ein anderer Beruf setzt seinem Nachwuchs betriebswirtschaftlich und ideologisch so niedrige Hürden, ins Geschäft einzusteigen. Ein Tisch, ein Computer und das Versprechen, dass irgendwann ein Wettbewerb gelingen wird. Und man beginnt nach dem Liebesblitz gerne zu Zweit, denn die Durststrecke ist weit, die Sprache gleich und er will als Eiche neben seiner Linde wachsen. Der Wettbewerbsgewinn gelingt, es geht voran, und erlöscht der Liebesblitz, sind die Kosten der Trennung schon hoch. Ich bin sicher, dass das Paarleben von Designer- oder Architektenpaaren ähnlich lang ist wie das der Bauern. Mein Freund ausgenommen. Der zweite Grund heisst Ausbildung. Architekten werden in einem engen Umfeld gross und zeichnen sich zum Beispiel an der ETH durch einen bemerkenswerten Herdentrieb aus. In keiner Fakultät sind die Kleidermode und die Paarbildung so stark wie unter Architekten. Das hat mich schon zu m...
Die Liebe im Architektenleben

«Einer meiner guten Freunde hat sein Leben auf Liebes- und Architektenpartnerschaft mit einer Frau eingerichtet. Er Architekt, sie Architektin. Und im Auge das gemeinsame Werk. In den sorgsam vorbereiteten Lebensplan traten aber kurz nacheinander zwei Mädchen und ein Bub.» So beginnt die Kolume von Chefredaktor Köbi Gantenbein zum Lesen oder Hören.

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