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Die Güte der Beschwerde

«Bauen ist eine öffentliche Angelegenheit, wir sind es gewohnt, dass die Landschaft und das Dorfbild allen gehören. Wie schön! Wir reden mit in Abstimmungen, als Einsprecherinnen und als Leserbriefschreiber. Wie gut!» So beginnt Köbi Gantenbein seine heutige Jakobsnotiz. Hören und Lesen Sie die ganze Kolumne des Chefredaktors.

Bauen ist eine öffentliche Angelegenheit, wir sind es gewohnt, dass die Landschaft und das Dorfbild allen gehören. Wie schön! Wir reden mit in Abstimmungen, als Einsprecherinnen und als Leserbriefschreiber. Wie gut! Jeder Hühnerstall wird öffentlich begutachtet. Die fein eingefädelte Mitsprache, das grosse Wissen der Baubeamten, die noch griffigen Raumplanungs-, Umweltschutz- und Baugesetze sind wichtige Errungenschaften. Sie helfen mit, dass wir in einem Land, wo überall jemand ist, einigermassen miteinander auskommen. Reklamationen der Landschaftsschützer oder des VCS bremsen da und dort die Wucht des Geldes, das Bauen seit eh und je als ertragreiches Tun begriffen hat. Und sie verteidigen, dass Landschaft und Stadt mehr sind als Profitmaschinen für wenige. Landschaft ist der Ort, wo wir – wohl oder übel – alle zu Hause sind, also müssen wir auch sagen können, wie sie aussieht, damit wir Freude an ihr und am Leben haben. Selbstverständlich haben die Motoren des Baus für öffentliche Entscheide ihrer Geschäfte wenig übrig. Sie blicken auf ihre ruhende Investition, jammern über vertane Chancen und schicken ihre Politiker voran, damit sie das Raumplanungsgesetz verwässern und die Verbandsbeschwerde und andere Einsprachen beseitigen. Für die Verhandlungen über Sinn, Unsinn und Güte eines Projektes ist das öffentliche Mitreden aber richtig und günstig. Je dichter die Schweiz, je komplizierter wird ihr Bau. Das Geschäft wird nicht nur erleichtert, sondern seine Resultate werden verbessert, wenn das Bauen von der Gesellschaft getragen wird. Ich stecke zurzeit in der Schlusskurve einer grossen Geschichte über das Bauen in den Bergen. Schaue ich über dieses Panorama, mutet das Jammern gegen die Öffentlichkeit des Bauens seltsam an: Wie vieles ist möglich – trotzdem auch kleine Interessen sich gegen ein Vorhaben wehren können. Wie vieles wird werden – auch we...
Die Güte der Beschwerde

«Bauen ist eine öffentliche Angelegenheit, wir sind es gewohnt, dass die Landschaft und das Dorfbild allen gehören. Wie schön! Wir reden mit in Abstimmungen, als Einsprecherinnen und als Leserbriefschreiber. Wie gut!» So beginnt Köbi Gantenbein seine heutige Jakobsnotiz. Hören und Lesen Sie die ganze Kolumne des Chefredaktors.

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