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Design auszeichnen

Am Dienstag zeichnete die Stiftung Bündner Kunsthandwerk in Chur die Kalligrafin und Grafikerin Mina Clavuot, den Designer Colin Schaelli und den Schreiner Stefan Caviezel aus. Nun kann man natürlich fragen: Was soll Kunsthandwerk dieses betuliche Tun ausrichten in einer Warenwelt voller technischer Perfektion zu unschlagbar günstigen Preisen. Mich faszinieren die 35 Mode- und Textildesignerinnen, Instrumentenbauer, Schreiner, Keramikerinnen und Lebenskünstler, die die Stiftung seit 1999 aufs Podest gehoben hat, aus drei Gründen. Hören Sie die ganze Kolumne des Chefredaktors.

Wenn Archäologen Schmuck ausgraben, sagen sie: «Hier waren friedfertige Menschen, sie lebten vom Handel und sie lebten gut, denn sie konnten und wollten sich Luxus leisten. Wie schön!» Die Stiftung Bündner Kunsthandwerk ist solcher Friedliebe verbunden. Seit dreizehn Jahren zeichnet sie Kunsthandwerkerinnen und Gestalter aus, die sich nicht nur, aber auch und gerne um das Schöne kümmern. Solches Tun ist zwar altmodisch, aber es steht für die Hoffnung nach dem wohlgeordneten Leben. Am 31. Januar um 18 Uhr 30 war es wieder einmal so weit: Mit Lobreden, Klarinettenmusik, Speis  und Trank wurden in der Klibühni von Chur die Kalligrafin und Grafikerin Mina Clavuot, der Designer Colin Schaelli und der Schreiner Stefan Caviezel ausgezeichnet.Nun kann man natürlich fragen: Was soll Kunsthandwerk, was sollen Kalligrafie und Möbeldesign, dieses betuliche Tun ausrichten in einer Warenwelt voller technischer Perfektion zu unschlagbar günstigen Preisen. Mich faszinieren die 35 Mode- und Textildesignerinnen, Instrumentenbauer, Schreiner, Keramikerinnen und Lebenskünstler, die die Stiftung seit 1999 aufs Podest gehoben hat, aus drei Gründen. Erstens bewundere ich die Demut vor dem Millimeter und die Leidenschaft fürs bodenständige Können. Kunsthandwerker sind eine Avantgarde auch für den Bau, wo Preis- und Zeitdruck, falsch eingesetzte Bauchemie und schlechte Führung zu miserablen Arbeiten und viel zu hohen Aufwänden führen. Galt Graubünden recht lange noch als Insel im allgemeinen Jammern über das Bauhandwerk, so hüten Architekten heute ihre Kartei mit den guten und verlässlichen Schreinern, Boden- und Plättlilegern, Sanitären und Malerinnen. Und notieren darin gerne Adressen aus dem Bregenzerwald, wo die Kultur des Bauhandwerks nicht nur hoch ist, sondern auch gut gefördert wird – in Verbindung mit Kunsthandwerk. Zweitens: Ich mag es, wenn ein Tisch oder ein Innenra...
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Am Dienstag zeichnete die Stiftung Bündner Kunsthandwerk in Chur die Kalligrafin und Grafikerin Mina Clavuot, den Designer Colin Schaelli und den Schreiner Stefan Caviezel aus. Nun kann man natürlich fragen: Was soll Kunsthandwerk dieses betuliche Tun ausrichten in einer Warenwelt voller technischer Perfektion zu unschlagbar günstigen Preisen. Mich faszinieren die 35 Mode- und Textildesignerinnen, Instrumentenbauer, Schreiner, Keramikerinnen und Lebenskünstler, die die Stiftung seit 1999 aufs Podest gehoben hat, aus drei Gründen. Hören Sie die ganze Kolumne des Chefredaktors.

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