Wer diesen zweiten Tunnel will, der weiss, dass er die Kapazitäten am Gotthard verdoppeln wird. Fotos: commons.wikimedia.org

Das Schwimmbad und der Gotthard

Am Gotthard soll der alte Strassentunnel renoviert werden. Es heisst, man müsse vorher einen neuen bauen, sonst sei die freie Fahrt gefährdet. Man werde aber nachher nicht mehr Autos durch den Berg lassen. Das erinnert an jene Gemeinde, die zu wenig Geld für den Bau eines Schwimmbads hatte und dem Kanton versprach, wenn er bezahle, so würde man nur im halben Bad schwimmen.

Es war einmal eine Gemeinde im Wallis. Sie wollte endlich auch ein Hallenbad. Das aber kostete zehn Millionen Franken. Das Dorf hatte aber nur eine. Also redete der Gemeindepräsident so lange mit dem Kanton, dem Bund, dem Architekten und dem Baumeister, bis diese zustimmten, den Seinen das Bad zu bauen. Der Bund stellte aber die Bedingung, dass die Badenden nur einen Zehntel des Bades brauchen dürften. Die anderen neun müssten, da unbezahlt ungenutzt bleiben. Das sei im Gemeindegesetz fest zu schreiben. Natürlich baden die Walliser heute vergnügt im ganzen Bad und haben Freude, wie schlau sie waren und die aus der «Üsserschwyz» nach all der Schmach mit der Raumplanung wieder einmal über den Tisch hatten ziehen können. Die Bürger, die freie Fahrt auf der Strasse für alle Menschen und Güter jederzeit Kreuz und Quer und von Süden nach Nord und umgekehrt wollen, möchten es den schlauen Wallisern jetzt nachmachen. Am Gotthard soll der alte Strassentunnel renoviert werden. Man müsse vorher einen neuen bauen, sonst sei die freie Fahrt gefährdet, und das Tessin verarme. Man werde aber nachher nicht mehr Autos durch den Berg lassen. Die Kapazität wird zwar erweitert, aber sie soll nicht ausgenutzt werden? Man kann sich getrost vorstellen, was die vereinigten Automobilisten und Lastwägeler Europas und der Schweiz aufführen werden: Der Gotthard hat ein halb gefüllten Tunnel während Brenner, Mont Cenis und auch San Bernardino vollgestopft sind. Wer diesen zweiten Tunnel will, der weiss, dass er die Kapazitäten am Gotthard verdoppeln wird. Politiker der Bergkantone haben sich ebenfalls für eine zweite Röhre am Gotthard ausgesprochen. Das ist verständlich, denn sie fürchten, dass die Autos sich nicht an die Verladung auf den Zug halten werden während der Gotthard zu ist, sondern den Kanton Graubünden und den San Bernardino, das Wallis und den Simplon verstopfen. Ihre Einre...
Das Schwimmbad und der Gotthard

Am Gotthard soll der alte Strassentunnel renoviert werden. Es heisst, man müsse vorher einen neuen bauen, sonst sei die freie Fahrt gefährdet. Man werde aber nachher nicht mehr Autos durch den Berg lassen. Das erinnert an jene Gemeinde, die zu wenig Geld für den Bau eines Schwimmbads hatte und dem Kanton versprach, wenn er bezahle, so würde man nur im halben Bad schwimmen.

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