Jakob spekuliert über das Fremde im Eigenen.

Das Fremden im Eigenen

Eine Spekulation über die Wirkung und den Segen des Fremden für das Eigene in der Architektur.

Wie die Schweiz, so hat auch Graubünden hat eine reiche Kultur- und Architekturgeschichte. Sie ist durchs Band ein Widerstreit des Fremden mit dem Eigenen. Er hört nicht auf mit den malerischen Patrizierpalästen, der RhB, den eleganten Haarnadelkurven ins Bergell oder der Bergbahn auf Muottas Muragl – alle waren sie einst fremd in der Landschaft und Gesellschaft, heute sich sie eigen. Der alte Widerstreit erhält jeden Tag ein neues Stücklein, wo immer das Fremde zum Eigenen drängt und das Eigene das Fremde langsam einbündnert.  Kultur und Architektur brauchen darum politischen Verstand, Offenheit und Bedingungen, die dem Fremden helfen zum Eigenen zu finden. Die Gier der Eigenen aufs schnelle Geld steht dem entgegen. Sie zu zügeln gibt es Gesetze. Zum Beispiel für die Raumplanung. Sie kam als Fremde in den Kanton Graubünden. Und wird als Fremde laufend angegriffen und unterlaufen. Doch die Freunde des Fremden setzen den Attacken gegen die Bauzone etwas entgegen: Die Freude am Eignen. Sie verschafft dem Eigenen, der Landschaft, etwas Atem: Trag Sorge zu Deinem eigenen Bestand. Darum gilt: Ausserhalb der Bauzone darf nicht mehr gebaut werden. Weder soll aus der Hütte auf dem Maiensäss ein Ferienhaus werden noch aus dem Bauernhof ein Blähstall für 200 Rinder noch aus einer Wiese ein Stück schnellere Strasse.   Die Architektin hat gelernt, das Fremde mit dem Eigenen zu verbinden. Gute Arbeit macht sie, wenn sie das Eigene fremdeln lässt und uns das Fremde aneignet. Der Architekt muss sich dafür wehren gegen die Bank, mit der Denkmalpflegerin, gegen die Nachbarn, mit dem Baumeister, für den Bauherrn und je nach dem gegen ihn. Das ist harte Arbeit. Wer sie gut macht und das heisst zum Wohl des Fremden, braucht einen Lohn. Nicht nur die Erbin oder der Spekulant – auch Architektin und Bauherr, offen für das Fremde, sollen ihr Engagement in der Steuererklä...
Das Fremden im Eigenen

Eine Spekulation über die Wirkung und den Segen des Fremden für das Eigene in der Architektur.

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