Köbi Gantenbein ist Chefredaktor von Hochparterre.

Buchhalter gegen die Förster

In der Schlusssitzung seiner Herbstsession hat der Grosse Rat des Kantons einen Antrag von Christoph Jaag (SP) abgelehnt. Der Gemeindepräsident aus Schiers forderte, dass der Kanton darauf verzichte, die sechs Arbeitsplätze der kantonalen Forstleute aus seiner Gemeinde im Prättigau ins Bündner Rheintal zu zügeln. Das kleine Traktandum zeigt exemplarisch für den gesamten ländlichen Raum, was passiert wenn buchhalterische Rationalisierung Regionalpolitik und –planung ins Leere laufen lässt. Ein Kommentar.

Die Welt ist mittlerweile auch in den Alpenkantonen kompliziert. So weiss die linke Hand des Regierungsrates des Kantons Graubünden ab und zu nicht, was die rechte anrichtet. Die Beamten der einen Hand reden von Raumplanung und die der andern auch. Die der einen meinen den Lebens- und die der andern den Büroraum. Doch bleiben wir anschaulich: In der Gemeinde Schiers sind die Forstleute des Kantons fürs Prättigau untergebracht. Sechs gute Arbeitsplätze. Nun wollen die Büroraumplaner ihnen den Marsch der Effizienz blasen und sie ins wirtschaftlich eh schon starke Bündner Rheintal zügeln. Für die Aussichten der Gemeinde, die man je nach Temperament «strukturschwach, «potentialarm» oder «Alpine Brache» nennt, ist das schlecht. Arbeitsplätze und Wissen vor Ort, die viel mit praktischer Raumentwicklung zu tun haben, weil sie ja den Wald in Schuss halten, werden hinwegverwaltet. Das vernichtet die kurzen Wege, das vernichtet Einkommen und Wissen im Ort, das vernichtet Verknüpfungen mit dem Raum. Wie ...
Buchhalter gegen die Förster

In der Schlusssitzung seiner Herbstsession hat der Grosse Rat des Kantons einen Antrag von Christoph Jaag (SP) abgelehnt. Der Gemeindepräsident aus Schiers forderte, dass der Kanton darauf verzichte, die sechs Arbeitsplätze der kantonalen Forstleute aus seiner Gemeinde im Prättigau ins Bündner Rheintal zu zügeln. Das kleine Traktandum zeigt exemplarisch für den gesamten ländlichen Raum, was passiert wenn buchhalterische Rationalisierung Regionalpolitik und –planung ins Leere laufen lässt. Ein Kommentar.

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