Christian Menn in seinem Haus in Chur – aufgenommen für die Rubrik «Rückspiegel» in Hochparterre 5/2015. Fotos: Urs Walder

Brückenbauen, lächeln und Recht haben

Christian Menn, der weltberühmte Ingenieur aus Chur, ist am Montag im Alter von 91 Jahren gestorben. Ein Nachruf.

Meine nächste Mennbrücke führt über den Rhein bei Bad Ragaz. Sie schwingt für die Autobahn einen eleganten Bogen über den Fluss. Sie ist nicht für mich gedacht und gemacht, weil ich ja nicht autofahren kann. Und dennoch ist sie viel mehr für mich als für die Automobilistinnen. Ich sehe sie als Teil der Landschaft, als perfekt proportionierten Schwungtrog über den Rhein, als Plastik, schmal auf der einen Seite, sich verbreiternd gegen die Mitte und schmal auf der andern Seite wieder. Scheinbar. Und in allen Stufen der Farbe Grau schimmert der langsam verwitternde Beton zauberhaft. Die Autofahrer aber haben gar keine Zeit zum Schauen – schwuppdiwupp sind sie schon hinweg gestoben. Ich weiss, dass ich zum Werk eines grossen Ingenieurs nicht so schreiben darf, weil der Zweck, die Ökonomie und die Brauchbarkeit ihm ja heilige Aufgaben sind. Das waren sie auch für Christian Menn. Aber wenn am Morgen ein Nebelchen vom Wasser herauf über die Brüstung dieser Rheinbrücke kriecht, tut es mir wohl, einen...
Brückenbauen, lächeln und Recht haben

Christian Menn, der weltberühmte Ingenieur aus Chur, ist am Montag im Alter von 91 Jahren gestorben. Ein Nachruf.

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