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Architekturfotograf Feiner

Architekturfotograf ist ein strenger Beruf. Er schleppt Kameras, Stative, Leuchten. Er muss schwere Möbel und volle Blumentöpfe wegtragen – alles, was das Bild stört. Und es ist ein einsamer Beruf, denn der Architekturfotograf ist allein mit dem Haus und dem Apparat. «Ralph Feiner hat diesen Beruf und er ist seit Jahren der Fotograf, mit dem ich am liebsten und engsten zusammenarbeite», schreibt Köbi Gantenbein. Hören oder lesen Sie den ganzen Kommentar des Chefredaktors.

Architekturfotograf ist ein strenger Beruf. Er schleppt Kameras, Stative, Leuchten. Er muss schwere Möbel und volle Blumentöpfe wegtragen – alles, was das Bild stört. Und es ist ein einsamer Beruf, denn der Architekturfotograf ist allein mit dem Haus und dem Apparat. Ralph Feiner hat diesen Beruf und er ist seit Jahren der Fotograf, mit dem ich am liebsten und engsten zusammenarbeite. Er fotografiert zur Zeit wieder für mein Buch «Himmelsleiter und Felsentherme – Architektur in Graubünden », dessen dritte, komplett überarbeitete Auflage am Werden ist. Ralph Feiner arbeitet gerne für die Denkmalpflege. Er sagt: «In diesen Bildern für die wissenschaftliche Dokumentation steckt ein Kern meines Berufs. Die Farbe eines Fries triffst Du nie. Denn zwischen ihr und dem Auge steht der Apparat. Er macht viel präzisere Bilder als das Auge. Vorher muss ich ausleuchten und einrichten, nachher retouchieren und anpassen.» Kurz – die Fotografie hat Eigensinn, sie ist ein Bild und kein Haus. Diese grundlegende Einsicht steht aber gegen unsere Sehnsucht: Wir wollen den Bildern glauben, dass sie uns die Welt zeigen, wie sie ist. Ralph Feiner relativiert die Wahrheit des Bildes sofort: «Ich habe bei einem Bau eine Stütze unter einem Balkon retouchiert, weil sie mein Bild gestört hat. Und es ist unmöglich, die Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur auf ein gutes Bild zu bringen, ohne die Fahnenstange vor der Fassade wegzuputzen.» Die Arbeit des Fotografen muss drei Dimensionen in zwei verwandeln und einen Raum in einen Rahmen stellen. Feiner sagt: «Dieses Verfahren hat andere Gesetze als die der Statik: Den Vorder- und den Hintergrund, die Schichtung, die Kontraste, die Perspektive und die Komposition.» Und wie den Bildausschnitt wählt er auch seine Auftraggeber aus. «Ich will die Bauten fotografieren, die etwas zur Schönheit von Graubündens Landschaften beitragen. Missl...
Architekturfotograf Feiner

Architekturfotograf ist ein strenger Beruf. Er schleppt Kameras, Stative, Leuchten. Er muss schwere Möbel und volle Blumentöpfe wegtragen – alles, was das Bild stört. Und es ist ein einsamer Beruf, denn der Architekturfotograf ist allein mit dem Haus und dem Apparat. «Ralph Feiner hat diesen Beruf und er ist seit Jahren der Fotograf, mit dem ich am liebsten und engsten zusammenarbeite», schreibt Köbi Gantenbein. Hören oder lesen Sie den ganzen Kommentar des Chefredaktors.

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