Diskutierten hart: Heinz Tännler, Baudirektor Kanton Zug, Daniel Lehmann, Direktor Baumeisterverband, Marionna Schlatter, Präsidentin Grüne Kanton Zürich und Enrico Riva, Mitverfasser Landgesetz-Initiative (v.l.n.r.). Moderation: Rahel Marti (mitte).

Städtebaustammtisch Landgesetz

Initianten und Betroffene des Landgesetzes diskutierten, ob sich damit die Zersiedelung stoppen lässt.

Gut 80 Gäste haben den Städtebau-Stammtisch im Architekturforum Zürich aufmerksam verfolgt, auffallend viele junge Gesichter waren darunter. Antworten lieferte die Diskussion erwartungsgemäss wenige. Dafür war das Pro und Contra informativ und unterhaltsam, das sich Enrico Riva, Mitverfasser Landgesetz-Initiative und Marionna Schlatter, Präsidentin Grüne Kanton Zürich (dafür) mit Heinz Tännler, Regierungsrat und Baudirektor des Kantons Zug und Daniel Lehmann, Direktor des Schweizer Baumeisterverbandes (dagegen) lieferte. Den von Benedikt Loderer in seiner Einleitungsrede zugespitzten Vorwurf, Verdichten sei ein Lösungsversprechen, aber eine Leerformel, teilten auf dem Podium überraschenderweise alle. Die Gesetzgebung für eine Entwicklung nach Innen stimme derzeit tatsächlich nicht, gab Tännler unumwunden zu, trotzdem sei ein Landgesetz keine Option, denn es lasse keine Dynamik zu. Auch zweifelte der Zuger Baudirektor an der Bundeskompetenz, welche «die Sache nicht besser macht». Tännler plädierte vor allem für mehr Geduld: Erst wenn nach Ablauf des fünfjährigen Einzonungsmoratoriums, welches das RPG 2013 festlegte, keine Erfolge sichtbar sind, sei er zu Diskussionen bereit. Auch Daniel Lehmann hielt nichts von der Bundeskompetenz, mit dem Gestaltungsplan hätte man ja bereits ein taugliches Mittel zur Verdichtung auf Gemeindeebene. Das Landgesetz rieche nach Planwirtschaft, kritisierte der Direktor des Schweizer Baumeisterverbandes. Enrico Riva verteidigte seinen radikalen Ansatz vehement, denn bis anhin habe nichts die fortschreitende Zumauerung der Schweiz gehemmt. Es müsse nun einfach etwas passieren, so Riva. Auch Schlatter stimmte dem zu, formulierte es aber politischer: Die Grünen wollen weg von einer Wachstumspolitik hin zu mehr Lebensqualität. Die Initiative «Zersiedelung stoppen», welche die Jungen Grünen im Frühling lancieren, nehme die Stimmung in ...
Städtebaustammtisch Landgesetz

Initianten und Betroffene des Landgesetzes diskutierten, ob sich damit die Zersiedelung stoppen lässt.

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