Christine Schumacher, Barbara Zibell, Christine Bräm, Rahel Marti, Beatrice Aebi, Maya Karácsony und Ulrike Sturm (v.l.n.r.) diskutieren an der Buchvernissage von «Frauennetzwerke in Architektur und Planung» übers Netzwerken. Fotos: Niklaus Spoerri

«Leistung alleine genügt nicht»

An der Vernissage von «Frauennetzwerke in Architektur und Planung» haben sieben Netzwerkerinnen darüber gesprochen, wie sie Seilschaften aufbauen – oder eben nicht.

Rund 50 Frauen und ein eine Handvoll Männer haben das Erscheinen des neusten Buches der Edition Hochparterre auf der Zürcher SAFFA-Insel gefeiert. «Frauennetzwerke in Architektur und Planung. Erfahrungen. Orientierungen» zieht die erste Bilanz zum schweizerischen Frauennetzwerk «Planung, Architektur, Frauen.» (P, A, F.). Das Buch blickt aber nicht nur zurück, sondern enthält auch über ein Dutzend Einschätzungen aktiver Netzwerkerinnen aus Architektur, Bau und Planung im ganzen deutschsprachigen Raum. Die Vernissage veranstaltete der Verein Creatrices im Rahmen des Jubiläums «60 Jahre SAFFA 1958» auf der kleinen Insel im Zürichsee. Vier Frauen und die beiden Herausgeberinnen gaben unter der Moderation von Rahel Marti, Hochparterre, in sechs kurzweiligen und persönlich gefärbten Kurzreferaten Tipps zum Netzwerken: Beatrice Aebi, Präsidentin Netzwerk Frau+SIA, freute sich ob der Wirksamkeit und des Zulaufs des von ihr präsidierten Netzwerks Frau+SIA: In den 11 Jahren seit der Gründung, sei der Mitgliederstamm von 10 auf 251 angestiegen, wie Aebi mit Stolz nachrechnete. Als eine schlechte Netzwerkerin bezeichnete sich Christine Bräm, Direktorin Grün Stadt Zürich. Netzwerken brauche viel Zeit und über sich selbst und die eigenen Projekte zu sprechen, liege ihr nicht so besonders, so Bräm. Trotzdem sei es wichtig, immer wieder aus der Komfortzone herauszutreten. Deshalb zwinge sie sich und auch ihre jüngeren Mitarbeiterinnen mehr an Anlässe zu gehen und mit Visitenkarten wieder nach Hause zu kommen. Christina Schumacher, Professorin an der Fachhochschule Nordwestschweiz gab eine Kurzlektion in Selbstmarketing: Erstens solle frau ihre Leistung sichtbar machen, zweitens damit Wirkung erzeugen und drittens die Verbindung von Beruf und Familie nicht aus den Augen lassen. Ulrike Sturm, Professorin an der Hochschule Luzern HSLU, forderte mit Blick auf das kontinuierliche Verschwinden vieler talentierten Studentinnen von den Hochschulen sobald sie ins Berufsleben eintreten, mehr Netzwerken mit und mehr Matronage von Frauen in Führungspositionen. Zum Schluss gaben beiden Herausgeberinnen Barbara Zibell und Maya Karácsony dann noch ein paar handfeste Tipps. Diese seien aber an dieser Stelle nicht verraten, denn selber nachlesen macht mehr Freude.

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