Soeben eingetroffen: Liegenschaften wertgeschätzt. Ein Streifzug durch zwei Jahrhunderte Schweizer Bewertungsgeschichte.

Hochparterres Bücherherbst

Hochparterre freut sich über zwei Neuerscheinungen: Eine arbeitet erstmalig die Geschichte des Schätzungswesens in der Schweiz auf, die andere ist eine akribische Recherche zur Zuger Nachkriegsmoderne.

Bestimme den ‹wahren Wert›! So lautet seit Jahrhunderten die Vorgabe, wenn es um die monetäre Bewertung von Liegenschaften geht. Dahinter steckt die Frage, wie standortgebundenes Vermögen bewertet wurde und wird. ‹Liegenschaften wertgeschätzt› arbeitet dieses Kapitel der Schweizer Wirtschaftsgeschichte erstmals auf. Der Autor, Urs Hausmann, spannt einen weiten Bogen von agrarischen, steuerlichen und amtlichen Schätzungen über Bewertungen bei der Vergabe von Hypotheken bis hin zur Aufgabe, den wahrscheinlichsten Kaufpreis einer Renditeliegenschaft zu bestimmen. ‹Liegenschaften wertgeschätzt. Ein Streifzug durch zwei Jahrhunderte Schweizer Bewertungsgeschichte› richtet sich an alle, die hinter die Kulissen des Schweizer Immobilienmarkts schauen möchten. Es erzählt mit Bildern und Grafiken, Abschriften von historischen Dokumenten und erklärenden Infografiken die Geschichte der Bewertung von Grundstücken. Besondere Schmankerl sind etwa die Abschriften des Schätzungsreglements für Pfandbriefbanken von 1934 sowie eines Schätzungsgutachtens von 1943 sowie adressgenaue Angaben zu den ‹Ladenmieten› im Erdgeschoss für alle Liegenschaften in der Zürcher Bahnhofstrasse im Jahr 1917.

Auch der Autor Michael Hanak hat bei «Bewahrt, erneuert, umgebaut. Blick auf die Nachkriegsarchitektur im Kanton Zug» grossen Sammlerfleiss an den Tag gelegt. Der Architekturhistoriker rückt die architektonischen Qualitäten von 18 Nachkriegszeitzeugen im Kanton Zug in den Mittelpunkt. Ein Essay zu den Protagonisten und zum Umgang mit der Nachkriegsarchitektur legt den theoretischen Boden, eine Sammlung von Stimmen aus der Zeit geben eine direkte Referenz. Detailreiche Projekttexte, zahlreiche Grundrisse und Originalpläne sowie opulente Bildersammlungen ergänzen den zeitgenössischen Bilderessay von Guido Baselgia. Das Buch des Zuger Bauforums und des Zuger Heimatschutzes erscheint rechtzeitig zum Abstimmungskampf gegen die Änderungen am kantonalen Denkmalschutzgesetzes.

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