Zum 200. Geburtstag Chopins enstanden im Park seines Geburtshauses neue Pavillons. Fotos: Werner Huber

Hochparterre in Warschau, Tag drei: Zu Besuch bei Fryderyk

Am Sonntag war schon der letzte Tag der Bauart-Warschau-Reise. Das Programm war entspannend: ein Ausflug nach Zelazowa Wola, dem Geburtsort Frédéric Chopins.

Am Sonntag war schon der letzte Tag der Bauart-Warschau-Reise. Gemäss dem Tipp vom Vortag hatten einige die Bar in der S-Bahn-Station «Powisle» besucht und waren beeindruckt von der Stimmung in und vor allem rund um den kreisrunden Pavillon der Sechzigerjahre. Entsprechend kurz war die Nacht geworden. Dafür hielt der Sonntag ein entspannendes Programm bereit: ein Ausflug nach Zelazowa Wola, dem Geburtsort des polnischen «Nationalheiligen» Frédéric (oder eben Fryderyk) Chopin, Sohn einer polnischen Mutter und eines französischen Vaters.


Auf dem Weg zu dem rund 50 Kilometer östlich von Warschau gelegenen Dorf lernten wir das polnische Land kennen. Autobahnen gibt es hier noch kaum, und so fuhr unser Bus über Land durch zahlreiche Dörfer. Diese bestehen meist aus kleineren Bauern- oder Einfamilienhäusern und einer grossen Kirche. In der Nähe Warschaus haben sich allerdings auch viele Polen ihren Traum vom eigenen Häuschen (das manchmal auch ein Palast mit Säulen ist) realisiert.


In Zelazowa Wola empfängt Chopins Geburtshaus, ein bescheidenes Anwesen aus dem 18. Jahrhundert (wobei vieles gar nicht mehr existiert). Sonntäglich präsentierte sich der gepflegte Park. Zum 200. Geburtstag des Komponisten entstanden im letzten Jahr Neubauten für Empfang, Shop und Restaurants. Die Neubauten aus Naturstein, Holz und Glas von Stelmach Architekten sind schöne Beispiele für die zeitgenössische polnische Architektur. Dass in den Grünanlagen aus versteckten Lautsprechern unvermittelt Chopins Musik erklingt mag etwas kitschig sein, zur Stimmung im Park passte es perfekt!


Noch bevor das Konzert begann mussten wir schon den Bus besteigen, der uns zum Fryderyck-Chopin-Flughafen in Warschau brachte. Unterwegs hielten wir in einem Restaurant zur letzten gemeinsamen Mahlzeit an. Das auf alt-polnisch getrimmte Haus entspricht wohl exakt dem Klischee, das nach Ansicht der Polen die Ausländer haben dürften (das Schweizer Gegenstück wäre ein Fonduestübli an der Ausfallstrasse). Doch wie dem auch sei, das Essen war gut und reichlich.


Dann galt es Abschied zu nehmen - ein Teil der Gruppe flog nach Genf, der grösste Teil nach Zürich und einige nahmen den Zug. Der Berichterstatter selbst blieb noch ein paar Tage in Warschau - um sich zu erholen und um sich all das anzuschauen, was mit einer Reisegruppe nicht möglich ist.
Tag eins
Tag zwei

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