Viel ist passiert in diesem Jahr 2018.

Das war 2018

Bruch mit Zumthor, Goldener Löwe, metoo an der ETH: 2018 war ein Auf und Ab. Was unsere Leserinnen sonst noch bewegt hat, erfahren Sie im Jahresrückblick im Schnelldurchlauf.

2018 war ein Jahr der Höhen und Tiefen. Die Architektur- und Designwelt nahm Abschied. Noch im alten Jahr starb der Innenarchitekt und Designer Edlef Bandixen im hohen Alter von 90 Jahren, wie im Januar bekannt wurde. Im gleichen Monat folgte ihm die 81-Jährige Modeschöpferin Christa de Carouge ins Jenseits. Im März machte der Architekt Theo Hotz, der in siebzig Berufsjahren über hundert Bauten realisiert hatte, die Augen für immer zu. Sein Büro führen seine Partner weiter, denen Hotz 2011 die Leitung übergeben hatte.

Peter Zumthor hat andere Pläne für sein Atelier, wie im Juni bekannt wurde. Er wird sein Büro auflösen, wenn er eines Tages aufhört zu arbeiten. Sein langjähriger Partner Rainer Weitschies verliess darum das Atelier und wagte einen Neuanfang. Vieles neu wurde auch sonst im diesem Jahr. Anfang Jahr zog das Zentrum Architektur Zürich in die Villa Bellerive ein, wo es im September die erste Ausstellung eröffnete. Im August lancierte die Nationalbank die neue 200er-Note, auf der die Schweiz die Wissenschaften feiert. Und Andreas Hofer übernahm 2018 die künstlerisch-inhaltliche Leitung der IBA Stuttgart.

Auszeichnungen für alt und jung
Grund zur späten Freude gab es 2018 für eine ganze Reihe ergrauter Preisträger. Im Februar ehrte das Bundesamt für Kultur den 85-jährigen Architekten Luigi Snozzi mit dem Prix Meret Oppenheim. Der Pritzkerpreis ging dieses Jahr erstmals nach Indien, Balkrishna Doshi feierte damit seinen 90. Geburtstag. Immerhin schon 81-jährig ist die Grafikdesignerin Rosmarie Tissi, die neben anderen mit dem Grand Prix Design ausgezeichnet wurde. Doch auch die Jungen konnten 2018 feiern, allen voran die Kuratorinnen des Schweizer Pavillons an der Architekturbiennale in Venedig, die mit einem Goldenen Löwen im Gepäck nach Hause reisten. Gleich zwei Mal ausgezeichnet wurde der junge ETH-Professor Philippe Block. Im Januar erhielt er den Berliner Kunstpreis, im Juli den mit 200'000 Franken dotierte Rössler-Preis, der erstmals ans Architekturdepartement ging.

2018 war andererseits das Jahr der negativen Schlagzeilen, der verkachelten Situationen. Im April trennten sich der Design Preis Schweiz und der Designers' Saturday. Im selben Monat wollte sich eine städtische Bruderschaft in Luzern ein sechs Meter hohes Denkmal setzen, obwohl die Stadt dieselbe Idee bereits zweimal verworfen hatte. Fachleute forderten in einem offenen Brief einen offenen Wettbewerb für das Viererfeld-Areal in Bern. Der BSA rief dazu auf, das Projekt für eine Neuüberbauung des Luzerner Areals Tribschen zu boykottieren. Und der SIA reichte wegen des Umbaus des Konvikts in Chur eine Aufsichtsbeschwerde gegen drei Chefbeamte ein, nachdem mehrere Berufsverbände einen Marschhalt für das Projekt gefordert hatten. Rundum auf Ablehnung stiessen die Pläne des Zürcher Tiefbauamtes, welches das Globusprovisorium durch einen Platz ersetzen will. In die metoo-Schlagzeilen geriet schliesslich die ETH, die gegen einen Professor am Architekturdepartement ermittelt wegen Vorwürfe sexueller Belästigung.

Ob der Umgang an der Hochschule künftig besser wird? Auf die Frauen jedenfalls kann das Architekturdepartement nicht hoffen. Sechs der sieben Professoren, die 2018 neu ernannt wurden, sind Männer. Jacques Herzog und Pierre de Meuron entliess die ETH derweil in den Ruhestand, den sie mit einem Ehrendoktortitel der TU München geniessen können. Gute Neuigkeiten gab es auch an anderer Stelle Ende Jahr. Für Aufbruchstimmung sorgte im September in Zürich der kommunale Richtplan, mit dem die Stadt um 100'000 Personen wachsen will. Und Fussballfans atmeten im November erleichtert auf: Endlich sagte das Stimmvolk Ja zum Hardturm Stadion in Zürich. 2021 ist Anpfiff, wenn denn alles doch noch gut kommt.

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