Das Tannenholz für die 18 ‹Pergola›-Stücke stammt von alten Möbeln, die Dimitri Bählers Vater einst angefertigt hatte.
Fotos: Sabine Hess
Dimitri Bähler hat für Zürcher Projektraum ‹Second Nature› 18 skulpturale Holzobjekte entworfen. Die Serie zeigt, wie ein sorgsamer Umgang mit Bestehendem gestalterische Freiräume erzeugen kann.
Als die Kuratorin Giovanna Lisignoli Dimitri Bähler einlud, im Zürcher Projektraum ‹Second Nature› auszustellen, schwebte dem Designer die urbane Version eines Wintergartens vor. In Zusammenarbeit mit dem Gärtner Sebastian Rüdisüli entwickelte er mit Pflanzen bestückte Töpfe und stellte sie auf krummbeinige, insektenhafte Stahlständer. Dazwischen platzierte Bähler 18 skulpturale Holzobjekte namens ‹Pergola› – benannt nach den überdachten, meist mit Pflanzen bewachsenen Anbauten. ###Media_2### ###Media_3###
Auch das Haus, in dem Bähler aufwuchs und das seit fast 300 Jahren im Besitz seiner Familie ist, verfügt über eine Pergola. Vor mehr als 30 Jahren hatte Bählers Vater einen Tisch und zwei Bänke dafür gebaut. Obwohl sie Jahre später nicht mehr gebraucht wurden, kam es für den Designer nicht infrage, die Möbel zu entsorgen. Jahrelang lagerten sie also in einem Schuppen. Bis er eine Idee hatte: Aus dem Holz dieser Möbel wollte er etwas Neues gestalten und damit die Erinnerung an die Familienpergola weiterleben lassen. Im Sommer 2025 machte er sich mit einer Schleifmaschine ans Werk.
Bähler stellt immer wieder Dinge von Hand her, doch wie heute üblich, zeichnet er die meisten seiner Entwürfe am Computer. Als Handwerker ist er so gesehen ein Amateur – im positiven Sinne. Er ist folglich einer, der etwas gerne tut, obwohl er diese Tätigkeit nicht perfekt beherrscht. Beide Aspekte, die Erinnerung und das Unperfekte, prägen den Charakter der Objekte. ###Media_4### ###Media_1###
Um herauszufinden, wohin das Projekt führen würde, begann Bähler mit den kleineren Stücken und verwertete danach Schritt für Schritt das restliche Material. Das unregelmässige Aussehen der Stücke ist keine gestalterische Geste, sondern wurde vom Zustand des Holzes diktiert: Das Tannenholz war ursprünglich bemalt und stark beschädigt. Deshalb musste Bä...
Verwurzelt
Dimitri Bähler hat für Zürcher Projektraum ‹Second Nature› 18 skulpturale Holzobjekte entworfen. Die Serie zeigt, wie ein sorgsamer Umgang mit Bestehendem gestalterische Freiräume erzeugen kann.
26.03.2026 16:00