Redaktorin Mirjam Rombach findet, dass sich der Wert von Designarbeit auch im Lohn spiegeln sollte.

Sorgenbarometer des Designs

Die erste Lohn- und Honorarstudie der Designbranche bestätigt viele Befürchtungen. Daraus Schlüsse zu ziehen, wäre dennoch verfrüht. Es braucht mehr Zahlen!

Es war längst überfällig: Zum ersten Mal überhaupt wurde die wirtschaftliche Lage von Schweizer Designschaffenden untersucht. Und es schaut nicht gut aus. Selbständige verdienen Vollzeit inklusive 13. Monatslohn im Median 4750 Franken, das entspricht einem Jahreslohn von 61 800 Franken. Da aber viele Teilzeit arbeiten, beträgt der effektive Jahreslohn 28 000 Franken. Davon lebt es sich nicht gut. Designer*innen mit Festanstellung kommen immerhin auf 6400 Franken im Monat. Aber auch sie liegen unter dem Medianlohn. Harziger Einstieg, früher Abgang Und dann wäre da der Gender Pay Gap: Angestellte Designerinnen verdienen 16,7 Prozent weniger als ihre Kollegen. Bei den selbständigen Designerinnen klafft die Lohnlücke grösser: Vollzeiterinnen verdienen 26 Prozent weniger, Teilzeiterinnen haben effektiv sogar markante 57 Prozent weniger. Da die Lohn- und Honorarstudie Werte wie Seniorität nicht berücksichtigt, ist diese Differenz begrenzt aussagekräftig. Auffällig ist sie dennoch – und bitter für eine Branche, die sich als progressiv versteht. Die Unzufriedenheit ist gross: «Das Preis-Leistungs-Verhältnis erodiert von Jahr zu Jahr», «Nie wieder in einer Designagentur – Ausbeutung für schlechte Bezahlung», «Der Druck ist gross, die Geschwindigkeit hoch und die Wertschätzung gering». Sorgen bereiten Themen wie Auftragslage, Stellenmarkt und Konkurrenzkampf. In der Designbranche alt zu werden, scheint schwierig – nicht bloss wegen der Vorsorgelücken. Designer*innen über 55 Jahre sind nur mit 11 Prozent vertreten. Da passt es, dass über die Hälfte aller Befragten ernsthaft einen Jobwechsel erwogen hat, 7 Prozent haben bereits umgesattelt.  Auch am unteren Ende der Altersskala ist die Situation fragil: Berufseinsteiger*innen brauchen im Schnitt fast 15 Jahre, um Fuss zu fassen. Das ist viel zu lange. Die Zahlen lassen vermuten, dass es vorwiegend Fachhochs...
Sorgenbarometer des Designs

Die erste Lohn- und Honorarstudie der Designbranche bestätigt viele Befürchtungen. Daraus Schlüsse zu ziehen, wäre dennoch verfrüht. Es braucht mehr Zahlen!

E-Mail angeben und weiterlesen:

Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt! Wir möchten Ihnen gerne Zugriff gewähren, obwohl dieser Beitrag Teil unseres Abos ist.