Raum aus Klang

Meistens kommt die Klangszenografie in Ausstellungen zum Einsatz. Das Basler Atelier Idee und Klang plädiert dafür, die Disziplin auch in der Architektur einzubringen.

Fotos: Derek Li Wan Po

Meistens kommt die Klangszenografie in Ausstellungen zum Einsatz. Das Basler Atelier Idee und Klang plädiert dafür, die Disziplin auch in der Architektur einzubringen.

Wer nichts sehen will, schliesst die Augen. Der Wirkung von Sound hingegen kann man sich nicht entziehen: Wir nehmen ihn auch dann wahr, wenn wir uns nicht auf ihn konzentrieren. Obwohl kaum ein Klang ohne Raum ist und kaum ein Raum ohne Klang, spielt die akustische Ebene bei der Konzeption von Ausstellungen oder beim Bau von Museen oft eine untergeordnete Rolle. «Sound», sagt Ramon De Marco, «ist in vielen Fällen Ersatz für optisch schwer übertragbare Informationen. Oder er dient dekorativen Zwecken.» Der Gründer des Basler Ateliers Idee und Klang Audio Design beschäftigt sich seit sechzehn Jahren mit der Disziplin Klangszenografie und der Frage, wie sich Räume und Umgebungen klanglich inszenieren lassen. Ein Atelier auf dem Gundeldinger Feld in Basel – einem kreativen Zentrum auf dem Gelände einer ehemaligen Maschinenfabrik – ist das Zentrum der Klangmanufaktur. Bis heute ist der Gründergeist der Firma zu spüren, obwohl diese mittlerweile global tätig ist, von Katar über Südafrika bis nach Südkorea. Die wichtigste Ausstattung im Atelier: Rechner und Lautsprecher. Komponisten, Sound-Designerinnen und Technologen haben in den letzten Jahren bei der Realisierung von Klangwelten mitgeholfen – an der Schnittstelle von Architektur, Interaktionsdesign, Sounddesign, Kommunikation oder Akustik. Die Vermittlung seiner Disziplin liegt De Marco am Herzen. So hat er zusammen mit seinem sechsköpfigen Team im letzten Frühjahr das Buch ‹The Art of Designing Sound for Spaces› herausgegeben. ###Media_2### Simulierte Klangräume Das erste Buch im deutschsprachigen Raum zu der noch jungen Disziplin illustriert anschaulich, wie diese funktioniert. Das Buch macht sich dafür stark, dass die auditive Ebene bei der Planung von Szenografien früh einbezogen und integriert wird. «Irgendetwas klingt immer – es nicht zu gestalten, wäre eine verpasste Chance»,...

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?