Drei Jahre lang wird Hochparterre sechs Studierende durch ihr Bachelorstudium begleiten. Daniela Serra und Nicola Kreiner besuchen die ZHdK in Zürich.
Fotos: Karla Hiraldo Voleau
Jedes Jahr entscheiden sich Hunderte junge Menschen für ein Designstudium. Was zieht sie in diese Disziplin, die vor massiven Herausforderungen steht? Daniela Serra und Nicola Kreiner von der ZHdK antworten.
Daniela Serra: Schon während der Schulzeit war Produktdesign mein Thema. Vermutlich liegt dies daran, dass sich mein Vater während seines Ingenieurstudiums damit beschäftigt hatte. Die gestalterischen Basics hat mir meine Mutter beigebracht, mit der ich als Kind viel gezeichnet habe. Trotzdem absolvierte ich zuerst einmal eine Lehre als Hochbauzeichnerin. Als mir später ein Flyer der Zürcher Hochschule der Künste in die Hände fiel, dachte ich spontan: Da bewerbe ich mich!
Im ersten Semester besuchten wir viele Firmen und sahen, wie vielseitig der Berufsalltag von Industriedesigner*innen ist. Dabei haben wir viel über Nachhaltigkeit gelernt. Diese war vorher kaum ein Thema für mich. Genau diese Berufsnähe hatte ich mir von der ZHdK erhofft. Nähergekommen bin ich auch meinem eigenen gestalterischen Prozess. Zum ersten Mal habe ich von A bis Z ein Designprojekt entwickelt. Mit einem sogenannten Add-on sollten wir einen ortsspezifischen Ergänzungs- oder Verbesserungsvorschlag machen.
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Ich habe eine Klemme entworfen, mit man ein Mensatablett am Geländer der ZHdK-Dachterrasse befestigen kann, sodass es zum Stehtisch wird – bei gutem Wetter fehlt es dort oben nämlich an Tischen. Ich war überrascht, wie gross der Schritt von der Skizze zur dreidimensionalen Umsetzung war. Als Hochbauzeichnerin bin ich das Plänezeichnen gewohnt. Wie gut sie sind, zeigt sich erst, wenn der Bau steht. Beim Stehtisch jedoch waren so viele Anpassungen nötig, dass ich am Ende zwölf Prototypen hatte.
In unserer Klasse sind wir nur 16 Student*innen, trotzdem lernen wir viel voneinander. Auch die Dozierenden sind sehr supportiv. Dass es an dieser grossen Schule so persönlich zu- und hergeht, hätte ich nicht gedacht. Und ich will meinen eigenen Stil entwickeln, mein «Auge für Design», von dem immer die Rede ist. Autor*innen, die mit ihrem Stil herausstechen, wird es vermutlich imm...
Generation Umbruch (4/4): Umgebung gestalten
Jedes Jahr entscheiden sich Hunderte junge Menschen für ein Designstudium. Was zieht sie in diese Disziplin, die vor massiven Herausforderungen steht? Daniela Serra und Nicola Kreiner von der ZHdK antworten.
03.04.2026 09:00