Jedes Jahr entscheiden sich Hunderte junge Menschen für ein Designstudium. Was zieht sie in diese Disziplin, die vor massiven Herausforderungen steht? Annina Roth und Rouven Esposito von der HSLU antworten.
Generation Umbruch (3/4): Einstieg übers Handwerk
Jedes Jahr entscheiden sich Hunderte junge Menschen für ein Designstudium. Was zieht sie in diese Disziplin, die vor massiven Herausforderungen steht? Annina Roth und Rouven Esposito von der HSLU antworten.
Fotos: Karla Hiraldo Voleau
Annina Roth: Als Kind wurde ich immer ermahnt, nur mit den Augen und nicht mit den Händen zu schauen. Jetzt darf ich endlich genau das! Ich bin über Umwege zu diesem Studium gekommen: Ein Semester lang habe ich an der ETH Architektur studiert, dabei aber rasch gemerkt, dass das nicht der richtige Ort für mich ist. Darauf entschied ich mich für den Studiengang Objektdesign an der HSLU. Bei meinem ersten Besuch in den Werkstätten hätte ich mich am liebsten gleich an die Töpferscheibe gesetzt.
Das Schöne am Objektdesignstudium ist, dass man nicht nur entwirft und plant, sondern auch selbst umsetzt. Im ersten Semester lag der Fokus darauf, dass wir uns mit verschiedenen Materialien und ihren Eigenschaften vertraut machen. Wir hatten vier Werkstatteinführungen und setzten uns zwei Wochen lang mit Keramik, Holz, Metall und Kunststoff auseinander. Zu jedem Material haben wir an verschiedenen kleineren Aufgaben gearbeitet. Zum Beispiel sollten wir Holz in eine Form bringen, die die Hände anspricht. Ich entschied mich für unterschiedliche Handschmeichler. Das war eine schöne Arbeit, das Schleifen mit immer feiner gekörnten Schleifpapieren und das anschliessende Ölen hatte fast schon meditative Züge. In den nächsten Jahren möchte ich meine eigene Richtung finden, am liebsten an der Schnittstelle zwischen Innenarchitektur, Szenografie und Objektdesign.
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Was oder für wen soll man heute noch gestalten? Diese Frage ist für mich sehr präsent. So zu entwerfen, dass ein Objekt erschwinglich ist und trotzdem ökologischen Ansprüchen genügt, stelle ich mir schwierig vor – es bleibt ein Spagat zwischen Nachhaltigkeit und Zugänglichkeit. Allerdings gibt es viele Ressourcen, die man wiederverwerten kann. Ich sehe viel Potenzial darin, aus Bestehendem Neues zu entwickeln. Zudem ist es mir wichtig, nicht nur für eine exklusive Elite zu entwerfen. Mich reizt der öffentl...
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