Generation Umbruch (2/4): Kooperationslust

Jedes Jahr entscheiden sich Hunderte junge Menschen für ein Designstudium. Was zieht sie in diese Disziplin, die vor massiven Herausforderungen steht? Clélia Audemars und Ivan Jorge von der Ecal antworten.

Fotos: Karla Hiraldo Voleau

Jedes Jahr entscheiden sich Hunderte junge Menschen für ein Designstudium. Was zieht sie in diese Disziplin, die vor massiven Herausforderungen steht? Clélia Audemars und Ivan Jorge von der Ecal antworten.

Clélia Audemars: In unserer Zeit Industriedesign zu studieren, wirft einige Fragen auf. So vieles wird produziert und gleich wieder weggeworfen. Das muss sich ändern, wir müssen es ändern. Wenn nicht wir handeln, wer dann? Wir sind die neue Generation! Ich fühle mich in der Verantwortung und diese wiegt manchmal schwer. Um in Zukunft bessere Produkte machen zu können, würde ich gern transdisziplinär arbeiten, etwa mit Ingenieur*innen oder Biolog*innen, und Materialien entwickeln, die einfacher zu rezyklieren oder abzubauen sind. Schon jetzt freue ich mich auf die Kooperation mit den EPFL-Studierenden, die wir im fünften Semester durchführen werden.  «Wenn nicht wir handeln, wer dann?»  Clélia Audemars Es bereitet mir Mühe, während des Entwurfsprozesses viel Material zu verbrauchen. All die kleinen Mock-ups und Prototypen landen nach der Präsentation im Abfall. Es wäre konsequenter, wenn wir die Materialien demontieren und wiederverwenden würden.  Das erste Semester war sehr herausfordernd und ich habe viel gelernt. Bei der Umsetzung unserer Entwürfe helfen uns die Expert*innen der verschiedenen Werkstätten. Besonders froh um ihre Unterstützung war ich im ersten Modul, für das wir die ‹Broomstick›-Kollektion von Vico Magistretti erweitern sollten. Ich habe eine Garderobe aus schlanken Holzelementen designt. Diese sind unzählige Male zerbrochen, sodass ich eine Metallkonstruktion integrieren musste. Für das Projekt ‹Cutting Tools› habe ich eine kleine Fadenschere entwickelt, die zugleich ein Auftrenner ist. Obwohl ich als Polydesignerin 3D praktisches Wissen mitbringe, muss ich noch viel über Materialeigenschaften und Verarbeitungstechniken lernen. Unsere Professor*innen sind sehr gut, die meisten designen auch selbst. Ein grosser Vorteil der Ecal sind die vielen Kooperationen, die Studierende mit Industriebetrieben oder Designstudios ums...

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