Generation Umbruch (1/4)

Jedes Jahr entscheiden sich Hunderte junge Menschen für ein Designstudium. Was zieht sie in diese Disziplin, die vor massiven Herausforderungen steht? Sechs Studierende antworten.

Fotos: Karla Hiraldo Voleau

Jedes Jahr entscheiden sich Hunderte junge Menschen für ein Designstudium. Was zieht sie in diese Disziplin, die vor massiven Herausforderungen steht? Sechs Studierende antworten.

Food-Design, Organisationsdesign, Bartdesign – Design ist überall. Es ist schwierig, einen überstrapazierten Begriff einzukreisen, der Businessetagen mit Barber-Shops verbindet. «Nicht einmal die Designer*innen sind sich darüber einig, was Design ist», schreibt die IF Design Foundation in ihrer Publikation ‹Designing Design Education. Weissbuch zur Zukunft der Designlehre›. Wie Studierende am besten auf ihren Beruf vorbereitet werden sollen, ist schwer zu beantworten: Die Tätigkeiten und Umstände der Designpraxis verändern sich gerade rasend schnell. Das macht Studierende zu Sprinter*innen, die losrennen müssen, ehe sie das Ziel sehen können – denn Abwarten ist keine Option. Zu ihren Aufgaben wird gehören, das Gegenständliche in der Kultur zu bewahren, weiterzuentwickeln oder zu gestalten. Doch viele Gegenstände verschwinden zusehends in den digitalen Raum.  Dank Apps, Programmen und Künstlicher Intelligenz sind selbst Laien nur noch wenige Klicks oder Prompts davon entfernt, Websites, Modekollektionen oder Logos zu entwerfen – ruckzuck, mit wenig Aufwand und fast kostenlos. So wird Fachwissen zu einem Allgemeingut, dessen Wert in Frage steht. Zwar wird formalästhetische Expertise dadurch nicht irrelevant. Doch sie ist nurmehr eine Basis, die zwar notwendig ist, aber nicht länger ein Einkommen garantiert (siehe ‹Sorgenbarometer des Designs› im aktuellen Hochparterre). Eine weitere Baustelle: Als Stimulator*innen des stetigen Konsums liegt es in der Verantwortung von Designschaffenden, an Lösungen für die ökologischen und sozialen Probleme mitzuarbeiten. Dazu braucht es starke interdisziplinäre Teams und keine Autor*innen, die Luxus-Badewannen entwerfen. Und als wäre diese Mammutaufgabe nicht gross genug, fehlt eine neue, nachhaltige Konsumpraxis. Vorschläge sind willkommen. Ein Beruf vor grossen Herausforderungen In ganz Europa gibt es rund 700...

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