Aus unserem Audioarchiv von 2004: Roland Barthes zeigt, wie Dinge zu Mythen werden und warum Design mehr ist als Form.
«Design hören!» ist eine Doppel-CD, die wir 2004 herausgegeben haben: 21 vorgelesene Texte zur Theorie der Gestaltung – von Platon bis zur Gegenwart – gelesen von Peter Schweiger und musikalisch gerahmt von Nik Bärtsch. Entstanden ist «Design hören!» als Zusammenarbeit von Hochparterre und dem Institut für Theorie der Gestaltung und Kunst (ith) an der HGK Zürich. Redaktionell betreut wurde das Projekt von Köbi Gantenbein (Hochparterre) sowie Jörg Huber und Plinio Bachmann (ith).
Mehr als 20 Jahre später veröffentlichen wir diese Aufnahmen als Archivreihe. Die Texte geben weiterhin einen wichtigen Einblick in die Designgeschichte und -theorie und sind zugleich Zeitzeugnisse: Sie zeigen, wie sich Denken über Gestaltung, Alltag, Technik, Ornament, Mode, Medien und Warenwelt im 20. Jahrhundert verdichtet haben. Viele der Diagnosen von damals sind noch heute aktuell. Alle zwei Wochen erscheint ein Beitrag: mit dem Audiotrack, der Einordnung aus der damaligen Begleitbroschüre «Design lesen!» sowie bibliografischen Hinweisen zur Fundstelle des vorgelesenen Textes.
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Roland Barthes, 1957: Der neue Citroen
Zwischen 1954 und 1956 schreibt Roland Barthes monatlich einen kleinen Text zu alltäglichen Dingen: Mythen des französischen Alltagslebens, wie er sie nennt. Sein Anliegen ist Kritik. Er will zeigen, wie einzelne Phänomene mythologisiert werden, indem sie als natürlich und scheinbar selbstverständlich auftreten, tatsächlich jedoch konkret hergestellt und gestaltet werden. Er demonstriert den gesellschaftlichen Gebrauch von kulturellen Events, Konsumgütern oder Werbung und damit die Absichten und Ideologien, die sich dahinter verbergen. Diese Art Ideologiekritik ist also Kritik der Mythologisierung des Alltags, und sie bedient sich methodologisch der Semiologie. Barthes unterzieht die Ereignisse und Dinge einer Lektüre. Er liest sie als Zei...
«Design hören!»: Roland Barthes (8/21)
Aus unserem Audioarchiv von 2004: Roland Barthes zeigt, wie Dinge zu Mythen werden und warum Design mehr ist als Form.
30.04.2026 09:00