«Design operiert im Unsicheren»

Was ist los mit der Designbranche? Zurzeit harzt es gleich an mehreren Stellen. SDA-Präsident Dominic Sturm und weitere Designschaffende geben Einblick.

Fotos: Benjamin Hermann

Was ist los mit der Designbranche? Zurzeit harzt es gleich an mehreren Stellen. SDA-Präsident Dominic Sturm und weitere Designschaffende geben Einblick.

Die Schweizer Kreativbranche steht unter wirtschaftlichem Druck – aus Fernost, von den KI-Servern des Silicon Valley, aus Osteuropa und von zögernden Kunden. Nur eine Delle oder die Vorzeichen langfristiger Veränderungen? Worauf müssen sich Designagenturen hierzulande einstellen? Griffige Antworten sind nicht leicht zu finden – und sie klingen durchaus widersprüchlich. Dominic Sturm, Industriedesigner und Präsident der Swiss Design Association (SDA), sowie sechs Leitende von Designagenturen und -studios schätzen die Lage ein. Wie steht es um die wirtschaftliche Situation der Designbranche in der Schweiz? Dominic Sturm: Design ist im Kern eine abhängige Dienstleistung – sie kann nur dort existieren, wo es eine Nachfrage gibt. Gerade bei traditionellen Disziplinen wie Produkt-, Industrie- und Textildesign ist diese direkt an die industrielle Wertschöpfung gekoppelt. Die Schweiz erlebt seit Längerem eine Deindustrialisierung, was die Nachfrage nach diesen Designleistungen automatisch reduziert. Wandert die Produktion nach Asien ab, folgt das Design früher oder später. Diese Entwicklung hat vor etwa 30 Jahren eingesetzt und verstärkt sich zunehmend. Gleichzeitig gilt Design als unverzichtbarer Differenzierungsfaktor. Die Nachfrage müsste also da sein. Durch die Globalisierung sind die Märkte im Konsumgüter- und Investitionsgüterbereich extrem gesättigt und diversifiziert. Design spielt zwar weiterhin eine zentrale Rolle bei der Differenzierung und Identifizierbarkeit von Marken und Produkten. Allerdings ist das mittlerweile so fein justiert, dass es kaum noch möglich ist, mit einem grossen Wurf weltweit herauszustechen. Wie wirkt sich das auf die Arbeit von Designschaffenden aus? Früher war Design stark technologisch getrieben und in Forschung und Entwicklung (Research and Development, R & D) verankert. Derzeit beobachte ich eine Verschiebung der Designverantw...

E-Mail angeben und weiterlesen:

Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt! Wir möchten Ihnen gerne Zugriff gewähren, obwohl dieser Beitrag Teil unseres Abos ist.