Ausgangspunkt für Bruschis Schaffen ist das Leben in der ländlichen Umgebung. Sie selbst pendelt zwischen Paris, Marseille und Genf.

Zwischen Landwirtschaft und Design

Die Entwürfe von Emma Bruschi erzählen von Nostalgie und Selbstversorgung. Dennoch bleiben sie unverkennbar zeitgenössisch. Das Strohmuseum im Park gibt Einblick in das Schaffen der jungen Modedesignerin.

Manche Entwürfe erinnern an Kuhglocken, Schuhe bestickt die Designerin mit Glasperlen. Dafür arbeitet sie mit Schmieden, Korbflechtern, Spinnerinnen oder Glasbläsern zusammen. Das Verschwinden traditioneller Handwerkstechniken beschäftigt sie. Früher habe man in jedem Haushalt gewusst, wie man sticke, stricke oder spinne. «In jedem Dorf gab es jemanden, der Techniken wie das Glasblasen, Korbflechten oder Schnitzen beherrschte», so Emma Bruschi. «Das waren nicht unbedingt Berufe – es war vielmehr ein über Jahrhunderte tradiertes Wissen.» Eine besondere Rolle in ihrem Schaffen spielt der Werkstoff Stroh. Als sie das Strohmuseum im Park in Wohlen erstmals besuchte, sei ihr bewusst geworden, wie vielfältig das Material eingesetzt werden könne. Sie erlernte das «Schnüerle», eine Technik, bei der die gespaltenen Strohhalme zu dünnen Schnüren verzwirnt werden. Ihr Können wendete sie in der mehrfach ausgezeichneten Kollektion «Almanach» an, mit der sie 2019 den Master in Mode und Accessoire an der Head in Genf abschloss.  ###Media_2### Bruschi häkelte Kleidungsstücke und Schuhe aus Strohschnüren oder applizierte sie auf Stoffe. «Emma Bruschis Arbeit ist von Nostalgie, von einem verklärten Blick auf eine vergangene Zeit, von einer Sehnsucht nach Selbstversorgung geprägt. Nichtsdestotrotz gehören die Entwürfe unverkennbar der Gegenwart an. Sie zeugen von Selbstbewusstsein, sind direkt, kompromisslos und stringent», schreibt das Strohmuseum im Park im Ausstellungstext. «Sie verhelfen alten, vom Vergessen bedrohten Materialien und handwerklichen Techniken zu einer neuen Aktualität und sie stellen einer konsumgetriebenen Gesellschaft ein alternatives Weltbild gegenüber, das neue Wege aufzeigt und ein Umdenken fördert.» Der Werkstoff Stroh wird Bruschi auch weiterhin begleiten: Seit letztem Jahr baut sie auf dem ...
Zwischen Landwirtschaft und Design

Die Entwürfe von Emma Bruschi erzählen von Nostalgie und Selbstversorgung. Dennoch bleiben sie unverkennbar zeitgenössisch. Das Strohmuseum im Park gibt Einblick in das Schaffen der jungen Modedesignerin.

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