Kate und Joel Booy (Bild: Lutz Sternstein)

Wohnen nach Zonen

Nicht Wände, sondern Stimmungen sollen Räume formen. So präsentiert es Studio Truly Truly an der imm cologne 2019. Alfredo Häberli entwarf parallel dazu die Küche der Zukunft.

Es gibt keinen Garten oder Innenhof, dafür einen offenen Wohnraum, fliessend unterteilt durch Vorhänge und Pflanzen – Die Funktionen der so entstehenden Bereiche bestimmen in erster Linie die Bewohner. Auf 180 Quadratmetern simuliert das australisch-niederländische Designstudio Truly Truly an der Kölner Möbelmesse ihre Vision vom Wohnen der Zukunft. Seit acht Jahren stellt die imm cologne das Format «Das Haus – Interiors on Stage», um Trends und gesellschaftliche Entwicklungen vorzuführen. Das noch junge Studio bestehend aus dem Paar Kate und Joel Booy, arbeitete bereits für das Nationaal Glas Museum in Leerdam, das TextielMuseum in Tilburg und entwarf eine Produktreihe für Ikea. Für die kommende Ausgabe von «Das Haus» im Januar 2019 setzen sich die beiden Produktdesigner unter dem Titel «Living by Mood» mit Freiräumen und Emotionen auseinander. Dabei lassen sie Möbel und Räume mehrdeutig, multifunktional. Wo künftige Generationen als digitale Nomaden für ihre Arbeit an kein Büro gebunden sind, verschwimmen die Grenzen zwischen Wohnen und Arbeiten. So stehen um den grossen Esstisch auch Bürostühle, die Spüle wird zur Bar und das Sofa gibt keine Blickrichtung vor. Ineinander übergehend gibt der Raum vier Zonen vor: «Reclusive« (Zurückgezogen), «Serene« (ruhig), «Active« (aktiv) und «Reclining» (zurückgelehnt). Viel Ruhe wenig Machen. Letzteres bündelt sich dann in der Küche, wo die Bewohner des Hauses zusammenkommen.

«Living by moods» von Studio Truly Truly

Der Küche als zentralen Raum widmet die parallel zur imm cologne stattfindende LivingKitchen zusätzliche 600 Quadratmeter. Aussteller zeigen dort technische Entwicklungen und smarte Geräte. Alfredo Häberli präsentiert seinen Entwurf der «Future Kitchen» entsprechend auch in Virtual Reality. Seine Küchengeräte aber kommen ohne smarte Vernetzungen aus, er brauche nur einen Ein- und Ausschaltknopf. «Wir sind genug allein mit unseren intelligenten Kommunikationsmitteln. Der Mensch hat das Bedürfnis, sich auszutauschen, zu reden, menschlich zu sein», lässt sich Häberli in der Pressemeldung zitieren. Küchen sind nicht länger nur zum Kochen da, in ihnen wird gelebt und gearbeitet. Die Sonderausstellung des Designers heisst «Sense & Sensuality». Womit auch dieser Raum Küche von Stimmungen geformt wird, zusammengesetzt aus mehrdeutigen oder eben multifunktionalen Elementen.

«Sense & Sensuality» von Alfredo Häberli

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