«Wir wollen nicht alleine spielen»

Lausanne feiert sein neues Quartier ‹Plateforme 10›, das Kunst, Fotografie und Design vereint. Wie aus drei Institutionen ein Ganzes wird, erzählt Chantal Prod’Hom, Direktorin des Designmuseums Mudac.

 

Fotos: Joël Tettamanti

Lausanne feiert sein neues Quartier ‹Plateforme 10›, das Kunst, Fotografie und Design vereint. Wie aus drei Institutionen ein Ganzes wird, erzählt Chantal Prod’Hom, Direktorin des Designmuseums Mudac.

 

Mit der Eröffnung des Mudac und des Photo Elysée am 18. Juni neigt sich die über zehnjährige Bau- und Planungsphase der ‹Plateforme 10› dem Ende zu. Beide Museen waren bislang in historischen Häusern untergebracht, die für einen zeitgemässen Betrieb schlecht geeignet waren. Unter dem Motto «Un musée, deux musées» teilen sie sich nun einen Neubau von Aires Mateus. Für das Musée cantonal de design et d’arts appliqués contemporains, kurz Mudac, ist es bereits die dritte Station. Gegründet 1967 als Kunstgewerbemuseum, zog es 2000 in die mittelalterliche Maison Gaudard. Zur gleichen Zeit übernahm die Lausanner Museologin und Kunsthistorikerin Chantal Prod’Hom die Leitung. Sie hat die Entwicklung der ‹Plateforme 10› entscheidend mitgeprägt.  Die Lausanner Bevölkerung erhält mit dem neuen Quartier Zugang zu einem 22 000 Quadratmeter grossen Areal, das ihr lange verschlossen war. Welche Bedeutung hat dies für die Stadt, für das Mudac? Chantal Prod’Hom: Es ist eine wunderbare Überraschung für die Einwohnerinnen. Nun führt die kürzeste Verbindung zwischen dem westlichen Teil von Lausanne und dem Bahnhof durch die ‹Plateforme 10›. Der neue Weg für Fussgänger und Velofahrerinnen wird Menschen hierherführen, die wir vorher nicht erreicht haben. Für uns ist es eine grosse Chance, ein neues Publikum anzuziehen. Das Quartier ‹Plateforme 10› vereint das Kunstmuseum MCBA, das Photo Elysée und das Mudac. Ist die Zeit der Einzelkämpfer vorbei? Jein. Viele Kulturinstitutionen arbeiten noch immer am liebsten getrennt voneinander. Manche führen unterschiedliche Bereiche, weil sie historisch so gewachsen sind – ein gutes Beispiel ist das Wiener Museumsquartier. Inhaltlich bleiben die Institutionen meist isoliert und kooperieren wenig. Was wir hier aufbauen, ist in dieser Form wohl einzigartig.  Inwiefern einzigartig? Es existiert kein Vorbild...

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?