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Jana Zürcher und Félice Voigt, Trouvé
Jana Zürcher und Félice Voigt, Trouvé

Design

Verführen durch gestalten

Text: Meret Ernst / 11.07.2018 13:15


Mit TROUVÉ verführten Félice Voigt und Jana Zürcher die Jury des  SDA Bachelor Award. Der Preis zeichnet  Abschlussarbeiten an Partnerschulen des Berufsverbandes aus. Fünf Arbeiten wurden von der HSLU Design & Kunst nominiert.

Mit ihrem Projekt TROUVÉ gewannen Félice Voigt und Jana Zürcher den SDA Bachelor Award. Der Preis honoriert hervorragende Diplomandinnen und Diplomanden der Partnerhochschulen des Berufsverbandes Swiss Design Association. Die Preissumme beträgt 500 Franken und eine dreijährige Mitgliedschaft. Aus den Studienbereichen Objekt Design, Textil Design und Design Management der HSLU D&K wurden fünf Arbeiten nominiert.

Die beiden Textildesignerinnen Félice Voigt und Jana Zürcher untersuchen, wie Entwürfe für Textildesign verführen können – so, wie es der australische Seidenlaubenvogel vorzeigt:

Er sammelt bis zu 200 blaue Objekte und baut sie in seinem Nest ein um das Weibchen zu verführen. Gesammelte Objekte sind auch der Ausgangspunkt von TROUVÉ. Die beiden Textildesignerinnen sammelten, fotografierten und ordneten über 200 weggeworfene Gegenstände und gestalteten damit textile Musterungen. Ein Musterbuch zeugt von der breit angelegten Recherche. Daraus entwickelten die beiden Designerinnen zwei Hosenanzüge: Zu Flügeln ausgebildete Ärmel zeigen die Pracht der textilen Muster oder verbergen, auf die Schulter gelegt, die farbige Innenseite. Verführung lebt von ästhetischer Manipulation und Überraschung. Das Projekt besticht durch die tiefe Auseinandersetzung mit der Aufgabe des Textildesigns und der Reflexion des Entwurfsprozesses. Die gestalterischen Entscheidungen sind

belegt und überzeugend inszeniert – bis hin zum Video, das die Tragbarkeit der Outfits beweist. Sie zeigen, wie eng das Textil- mit dem Modedesign verknüpft ist. Félice Voigt und Jana Zürcher haben mit dem Projekt TROUVÉ für ihr weiteres gemeinsames Tun eine Grundlage gelegt.

Die weiteren nominierten Arbeiten sind:



Hartnäckig ist Sophie Schüpbach mit «Holzstoffe – Wand mal anders» einem Verfahren auf der Spur, mit dem sie Schichtmaterial aus Holz bearbeitet. Zusammen mit der Firma Strasserthun hat sie als Abschluss in Objektdesign ihre Holzstoffe zu einem fast markttauglichen Werkstoff für den Innenausbau entwickelt. Dabei werden dünne Furniers- oder Holzschichten aus hauchdünnem Hobelspan, die mit dem japanischen Putzhobel Marunaka abgetragen eingefärbt und verleimt. Anschliessend trägt der Laser oder die CNC-Fräse gezielt Farbschichten ab. So entstehen textil wirkende Bilder. Sophie Schüpbach wählt einen forschenden Ansatz, der sich nicht nur auf das Verfahren, sondern auch auf die Suche nach dem richtigen Material bezieht. Ausgehend von der Funktion einer Tapete, die nicht Bild und doch visuell gestalteter Hintergrund ist, wählt Sophie Schüpbach den Bahnhof als Bildmotiv. Als Akzentwände lassen sich die Holzbilder in ein Interieur übertragen. Die Jury lobt den experimentellen und mutigen Ansatz. Um ihn zu einem marktreifen Produkt weiterzuentwickeln, bedarf es allenfalls eines Forschungs-Partners, mit dem weitere Verfahren ausgearbeitet werden können.


Laura Nietlispach
geht in ihrem Textildesign-Abschluss aus von ihrer Heimatstadt Aarau, zu der sie eine Reihe von Geschichten gesammelt hat. Wie eine Kriminalbeamtin nimmt sie die Spuren dieser Geschichten auf und entwickelt daraus textile Umsetzungen. Etwa die Geschichte des Skaters, der seinen Trick an einem Ort in der Stadt perfektioniert hat. Die Spuren der Skaterrollen überträgt Laura Nietlispach auf ein T-Shirt. Erzählungen vom Stadion übersetzt sie in einen Fan-Schal; der Markt als Ort des Austausches findet auf Taschen statt; die Grill-Party im Wald hinterlässt Spuren auf einer Decke. Die Textildesignerin sichert Spuren, übersetzt sie in den Stoff und bringt sie so zurück an den Ort ihrer Entstehung. Der Jury gefällt der breite Zugang zur Frage, wie textile Musterungen entstehen. Die Designerin findet den Weg zu den Menschen, die ihr Geschichten erzählen und sie zeigt damit, wie Textildesign in soziokultureller Hinsicht eingesetzt werden könnte. Schön, dass dabei auch Humor eine Rolle spielt.

Anna-Lara Sigron, die als Snowboard-Lehrerin im Einsatz ist, ärgert sich über die herkömmlichen Erste-Hilfe Apotheke. Das geht besser! Sie entwickelte ein Konzept für eine auf die Bedürfnisse von Schneesportlehrpersonen ausgerichteten Apotheke. Neben der Unterstützung der Ersthilfe soll sie helfen, die Zeit sinnvoll zu überbrücken, bis professionelle Rettung eintrifft. Sechs Schritte erklären, was zu tun ist und erinnern in einer Notsituation an die wichtigsten Verhaltensschemata. Ausgestaltet ist die Apotheke als klappbarer, flach zu tragender Behälter. Darin finden Wärmedecke, flach gewickelter Verband, ein Dreiecktuch und weitere Hilfsmittel Platz. Befestigt wird sie mit einem variabel einstellbaren Band. Die Jury lobt die konsequente Umsetzung von «bobo – Die Notfall-Apotheke der Schneesportlehrer», die mittels Hochfrequenzschweissen einfach realisiert wird. Die Produktgrafik vermittelt die nötige Information, die Überlegungen zu den Kosten sind nachvollziehbar.

Die Luzerner Altstadt ächzt unter den Touristengruppen – so sehr, dass sie für Einheimische kaum mehr attraktiv ist. Sie fühlen sich nicht angesprochen vom Angebot und meiden Orte, an denen sich Touristengruppen aufhalten. Marlen Amberg kennt die Verhältnisse, und sie möchte Abhilfe schaffen. Dafür schlägt sie für das Löwengraben-Gebäude eine Mischnutzung vor. Das Konzept «Aufwertung der Luzerner Altstadt», mit dem Marlen Amberg in Design Managment abschliesst, kombiniert im Erdgeschoss Gastronomie mit Post, Kiosk und Quarterladen, in den oberen Geschossen Markt, Buchladen und Kinderhort, Boutiquen, Dienstleister und einen Coworkingspace. Solche Orte, die von Einheimischen frequentiert werden, sind auch attraktiv für Individualtouristen, die laut Studien den Tourismus in den nächsten Jahren dominieren werden. Für Investoren vermindert sich so die Abhängigkeit vom Tourismus und verteilt das Risiko auf mehrere Mieter. Die Jury lobt, dass Marlen Amberg drängende städteplanerische Fragen aufgreift, und dass ihr Konzept eine Antwort darauf sucht. Schön, dass sie in einem nächsten Schritt als Verantwortliche für das Café im Nebengebäude die Probe aufs Exempel machen darf.

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