Rund 100 000 Trinkhalme werden beim Schnellverpfleger Hitzberger jährlich verbraucht – sie bestehen aus Maisstärke. Fotos: Lorenz Cugini

Tropfen auf den heissen Stein

Bei McDonald’s in London wandern täglich ungefähr 3,5 Millionen Trinkhalme in den Müll. Die Gäste 
des Schweizer Schnellverpflegers Hitzberger verbrauchen gerade mal 100 000 Trinkhalme pro Jahr. Die Firma setzt neu auf Röhrli aus Maisstärke und Recyling.

David de Rotschild führt Krieg. Der Bankierssohn und Umweltaktivist hat Trinkhalmen den Kampf angesagt – auf seiner Homepage ‹Straw Wars› fordert er Londoner Wirte dazu auf, Strohhalme aus ihren Restaurants zu verbannen. Damit will er den Plastik- und damit den Erdölverbrauch reduzieren: «Das Problem ist nicht in erster Linie das Material, sondern wie sinnlos wir es verbrauchen – für Trinkröhrchen etwa.»Nicht ganz so konsequent agiert der Schweizer Schnellverpfleger Hitzberger. Die Restaurantkette propagiert natürliches Fast Food – Salate, Suppen, Sandwiches oder Currys mit hohem Gemüseanteil, die bis zu einem Drittel weniger Kalorien und Fett enthalten als herkömmliches Fast Food. Trinkhalme verbieten? Kein Thema. «Für Pendler, die auf den Zug rennen müssen, ist das ‹Röhrli› praktisch», sagt Geschäftsführer Andy Schwarzenbach. Hitzberger setzt auf Recycling. Die Trinkhalme, Salatschalen und Becher der Gruppe werden aus Maisstärke gefertigt, das Besteck aus Kalkkreide. Gab es vor fünf Jahren erst milchig weisse ‹Röhrli›, sind sie jetzt in einem hellen Grün erhältlich, passend zu Hitzbergers Corporate Design. Und auch das Material wurde optimiert: Die erste Charge war noch nicht hitzebeständig, in warmen Getränken schmolzen die Halme, und die Kalkkreidelöffel verbogen sich in heisser Suppe. Nun sind sie haltbarer, und auch haptisch ist kein Unterschied mehr bemerkbar. Das hat seinen Preis: Die Verpackungen kosten bis zu zwanzig Prozent mehr als solche aus herkömmlichem Plastik.Einweggeschirr und Trinkhalme, die auf Maisstärke basieren, werden als biologisch abbaubar, problemlos zu kompostieren und CO²-neutral angepriesen. Das stimmt nur bedingt – der Bio-Kunststoff lässt sich einzig industriell und bei sehr hohen Temperaturen kompostieren. Dabei entstehen Wasser und Kohlendioxid. Deshalb sammelt Hitzberger die Becher und Halme in einer eigen...
Tropfen auf den heissen Stein

Bei McDonald’s in London wandern täglich ungefähr 3,5 Millionen Trinkhalme in den Müll. Die Gäste 
des Schweizer Schnellverpflegers Hitzberger verbrauchen gerade mal 100 000 Trinkhalme pro Jahr. Die Firma setzt neu auf Röhrli aus Maisstärke und Recyling.

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