Fabrice Aeberhard und Christian Kaegi sind beim Kollektiv «Qwstion» für die Gestaltung zuständig. Fotos: Florian Kalotay

Taschen machen

Auch wenn wir darin praktische Dinge mit uns herumtragen, ist uns die Tasche mehr als ein Gefäss. Drei Designer zeigen, wie sie entwerfen.

Auch wir Schweizer haben unsere Kulttasche. Freitag heisst sie. Doch wir haben noch mehr: Designer wie den Luxus-Künstler Peter Nitz zum Beispiel, die modisch-schlichten Katka und Zuzka Griesbach und die auf Funktion bedachten Fabrice Aeberhard und Christian Kaegi, die im «Qwstion»-Kollektiv für die Gestaltung verantwortlich sind. Sie alle realisieren mit ihren Taschen ganz verschiedene Ansätze.Leidenschaft als Motivation Peter Nitz hat das Brand seines eigenen Namens realisiert. Der Amerikaner konzentriert sich auf luxuriöse Clutchbags und er verarbeitet nur das Beste. Das ist teuer. Nitz arbeitet manchmal mit Ziegen- oder Kalbs- und oft mit Alligator- oder Pythonleder. Die exotischen Häute bezieht er in Singapur und den USA: «Die Krokodile werden auf Farmen gezüchtet oder leben frei im Mississippi-Delta. Zweimal jährlich ist Jagd, so wird die Überpopulation reguliert», erklärt der Desig-ner. Wieso fertigt Nitz nicht alle Taschen aus Leder, das günstiger ist und nicht so umstritten, wie es gerade Krokodilhaut auch heute noch ist? Denn immerhin werden in einer Peter-Nitz-Clutch zwei Alligatorenhäute verarbeitet. «Das Farm- und Aufzuchtprogramm der Tiere folgt strengen Richtlinien und hat die Krokodile mit vor dem Aussterben bewahrt. Sie werden wie Kühe oder andere Nutztiere gezüchtet und ausser ihrer Haut werden auch das Fleisch und andere Teile verwertet», lautet die Antwort.An einer kleinen Tasche schneidet, hämmert und näht Peter Nitz in seinem Atelier in der Zürcher Altstadt drei Tage lang, an einer grossen fünf. Lange sucht der Gestalter auch auf Flohmärkten, bei Händlern und Auktionen nach den Broschen, die — meist in Insektenform — seine Abendtaschen zieren. Zahlt Nitz viel für ein Bijou, wirkt sich dies auf den Preis der Tasche aus. «Dieser antike Bienen-Anstecker hat mich 5000 Dollar gekostet», sagt Nitz und zieht aus einer hübsc...
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Auch wenn wir darin praktische Dinge mit uns herumtragen, ist uns die Tasche mehr als ein Gefäss. Drei Designer zeigen, wie sie entwerfen.

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