Schön oder eklig? Natalie Luder schnitzt Maden aus Perlmutt und schmückt damit den Hals. Fotos: zVg

Schmucke Objekte

Die kleine Szene freier Schmuckgestalterinnen und -gestalter arbeitet an der Grenze zwischen Design und Kunst. Der Designbegriff ist breit, die Frage nach Ästhetik und Wertigkeit birgt Zündstoff.

Design oder Kunst? Schmuckdesigner 
überraschen mit Knochenarbeit.Schmuck ist nicht gleich Schmuck. Da gibt es die Welt des Kollektionsschmucks, es gibt die klassischen Goldschmiedeateliers, und es gibt die kleine Szene freier Schmuckgestalterinnen und -gestalter, die an der Grenze zwischen Design und Kunst konzeptionell und experimentell arbeiten. Der Designbegriff ist breit, die Frage nach Ästhetik und Wertigkeit birgt Zündstoff.Wer ins Atelier von Natalie Luder tritt, findet sich in einer chaotischen Wunderkammer wieder. Muschelfragmente, Keramikobjekte, Schubladen mit geschliffenen Pferde- und Hasenzähnen liegen bereit. Und riesige Specktranchen, die sich als Seidenfoulards entpuppen. Der Goldschmiedetisch verschwindet hinter dieser Fülle an Objekten. Er ist nicht Hauptakteur, sondern Mittel zum Zweck: Luder fertigt keinen Auftragsschmuck, sondern nimmt mit ihren Arbeiten an Ausstellungen teil. Galerien führen ihre Objekte, Kleinserien sind in Museumsshops erhältlich. Wettbewerbe und Stipendien ermöglichen ihr Auslandaufenthalte als Artist in Residence.Schmucke Maden Studiert hat Natalie Luder Schmuckdesign an der Haute École d’Art et de Design in Genf. In ihrer Ausbildung stand das Endprodukt Schmuck im Vordergrund. Zu sehr, fand sie. Ein Austauschjahr in Holland öffnete ihr die Augen für das, wonach sie suchte: sich vertiefen in frei gewählte Themen und Materialien. Seither umkreist die Designerin mit Beharrlichkeit die kulturelle und gesellschaftliche Vielschichtigkeit des Essens. Aus 2500 Stockzähnen von 125 Kaninchen fügte sie unter anderem eine Halskette. Für das Projekt «Das Jagdessen» erhielt sie 2007 einen Beitrag des Kantons Bern und zwei Jahre darauf den Eidgenössischen Förderpreis für Design.Im neusten Projekt «Made in Paradise» hat es ihr die Made angetan: In ihrer Form vollendet schön, in ihrem Wesen ekelerregend schnitzt Natalie Luder ...
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Die kleine Szene freier Schmuckgestalterinnen und -gestalter arbeitet an der Grenze zwischen Design und Kunst. Der Designbegriff ist breit, die Frage nach Ästhetik und Wertigkeit birgt Zündstoff.

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