Swatch-Kollektionen, 1983 - 1989. Fotos: Michael Lio

&: Robert & Durrer

& heisst eine Ausstellungsreihe des Gewerbe- museums Winterthur, die uns Arbeits- gemeinschaften der visuellen Kommunikation vorstellt: Aktuell das Graphic Design Studio von Jean Robert und Käti Robert-Durrer.

& heisst eine Ausstellungsreihe des Gewerbemuseums Winterthur, die uns Arbeitsgemeinschaften der visuellen Kommunikation und des Designs vorstellt. R&D steht für das Graphic Design Studio von Jean Robert und Käti Robert-Durrer in Zürich. Beide schufen ein immenses Werk und blieben als Personen diskret im Hintergrund. Ihre Auftraggeber für Labels, Drucksachen, Packungen und Inserate fanden sie in der damals jungen, avantgardistischen Modebranche: Schmuck von Devon, Herreneinkleider Hannes B., Pelzdesigner André Bisang oder den Seidenbaron Andy Stutz von Fabric Frontline. Für Fogal-Stümpfe malte Käti Durrer wunderbare Entwürfe, die Michael Comte fotografisch umsetzte. Hanro-Unterwäsche erhielt ein einheitliches Erscheinungsbild. Die Verpackung der reinen Baumwoll-Reihe ziert das Model Carla Bruni. Robert & Durrer hinterfragten ihre Aufträge und entwickelten für ein Baer-Sojaprodukt den Schriftzug Yasoya und verpackten es diskret, aber unübersehbar. 1983 wurde die Swatch lanciert. R&D waren von Anfang an dabei. Sie entwarfen das Gestaltungskonzept, Gehäuseformen, Zifferblätter, Armbänder während den ersten sechs Jahren. Aus den über tausend, seriellen, farbigen Entwürfen gingen über 300 Modelle in Produktion. Wir erhalten Einblick in die oft in Tag- und Nachtarbeit geschaffenen Präsentationen mit gut 360 Beispielen. Sie pflegen Typografie und Bild mit Sorgfalt bis ins letzte Detail, dafür stehen ihre Arbeiten beispielhaft.
Vor gut zwölf Jahren verabschiedeten sie sich von der Produktewerbung. Sie gestalteten Aufträge mit einer kulturellen Botschaft, so Erscheinungsbilder von Museen (Museum für Gestaltung, Kunsthalle Zürich, Fotostiftung Schweiz, Fotomuseum Winterthur) dazu Plakate, Drucksachen, Kataloge und Bücher. Für Verlage beispielsweise die Werke «Diener & Diener» oder Peter Zumthors «Therme Vals». Seit 1999 hegen die beiden auch die Literaturzeitschrift «entwürfe». Das Schaffen von Robert & Durrer wird ausführlich, übersichtlich und sorgfältig präsentiert. Die 22 Jahre Werbung ist in einem Saal, die 12 Jahre Kulturvermittlung in einem andern Saal aufgetischt.
Daneben zeigen sie sich als Sammler: typografisch aussergewöhnlich gestaltete Bücher, Schriftmusterbücher, Etiketten von Zündholzschachteln. Ihre Bilder der Schriften und Zeichen auf Güterwaggons oder den Bildern von Badestrandeingängen in Viareggio sind zwei Werke für Liebhaber und Büchersammler und zur Ausstellung erhältlich. Ebenso ein Heft mit einer Werkübersicht. Robert & Durrer gastieren bis zum 23. Oktober im Gewerbemuseum Winterthur. 

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