Gramazio Kohler Research der ETH Zürich haben ein Kunststoffgewebe entwickelt, das der Computer zu begehbaren Skulpturen formt.

Räumlich gehäkelt

‹Iridescence Print› ist eine raumgreifende Struktur des Lehrstuhl von Gramazio Kohler an der ETH Zürich. Entwickelt wurde die begehbare Skulptur für eine Pariser Ausstellung. Anfang November ist sie an der ‹Architektur 0.15› in Zürich zu sehen.

‹Iridescence Print› ist eine raumgreifende Struktur, konzipiert und hergestellt am Lehrstuhl von Gramazio Kohler Research der ETH Zürich. Entwickelt wurde die begehbare Skulptur für die inzwischen beendete Ausstellung ‹L’Usage des formes – Artisans d’art et artistes› in Paris, und sie wird an der Ausstellung ‹Architektur 0.15› Anfang November in Zürich zu sehen sein.Zuerst fällt der irisierende Effekt auf: Wie bei einem Moiré verändern sich Farbwirkung und Tiefeneindruck kontinuierlich. Das liegt am Material, einem selbst hergestellten Kunststoff-Filament mit zarten Farbübergängen, und an der netzartigen Konstruktion. Sie entsteht in einem neu entwickelten 3-D-Druckprozess, bei dem die Schmelzdüse von einem Roboterarm geführt wird. Dadurch wird der Faden nicht Schicht um Schicht aufgebaut, sondern er kann in alle Richtungen gezogen und verzogen werden. Die aufgedickten Verbindungspunkte muten analog und unpräzise an. So, als wären die Kunststofffäden miteinander verstrickt worden oder gehäkelt. Der Eindruck zeugt auch vom prototypischen Herstellungsprozess: Da der Roboter nicht immer sieht, was er schon gemacht hat, braucht er manchmal eine helfende Hand.Bewegt man sich vor der vielzelligen, aus dreieckigen Maschen bestehenden Struktur, entstehen wechselnde Durchblicke. Sie wurden gezielt angelegt, um den Blick der Betrachter zu führen. Aber auch, um für Exponate Ablageflächen zu erhalten. Sie entstehen, indem in einigen der inneren Kammern – die Installation hat eine Wandstärke von bis zu einem halben Meter – die Fäden in die Länge gezogen wurden.In diesen Vitrinen zeigt sich eine weitere Eigenheit des Entstehungsprinzips. Anders als bei herkömmlichen Entwürfen gibt es kein CAD-Modell. Stattdessen wird die Form direkt mit einem Computerprogramm geschrieben, als Verknüpfung von Regeln. Es generiert die Konstruktion und die Steuerbefehle für d...
Räumlich gehäkelt

‹Iridescence Print› ist eine raumgreifende Struktur des Lehrstuhl von Gramazio Kohler an der ETH Zürich. Entwickelt wurde die begehbare Skulptur für eine Pariser Ausstellung. Anfang November ist sie an der ‹Architektur 0.15› in Zürich zu sehen.

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