Erster Platz: «Robust Nest» ist ein tragbarer Inkubator für Neugeborene. Er soll die hohe Sterblichkeit von Babies in der Subsahara mindern.

Preisträger des James Dyson Award 2021

Fabien Roy, Student der Kantonalen Kunsthochschule Lausanne (ECAL), gewinnt mit «Robust Nest» den James Dyson Award in der Schweiz.

Das Siegerprojekt «Robust Nest» ist das Resultat einer Zusammenarbeit zwischen dem Designstudenten Fabien Roy sowie dem EssentialTech Center der Eidgenössischen Technischen Hochschule EPFL. Der Name ist gleichzeitig Programm: Der tragbare Inkubator ist auf die spezifischen Bedingungen in der Subsahara ausgerichtet und soll helfen, die hohe Sterblichkeit von Neugeborenen zu bekämpfen. Jedes Jahr sterben im südlichen Afrika eine Million Neugeborene an Unterkühlung. Babies mit niedrigem Geburtsgewicht sind besonders gefährdet. Durch den Einsatz einer wärmespeichernden Batterie kann der Inkubator häufige Stromausfälle überstehen. Zudem ist er robust genug, um den Transport von Patienten in abgelegenen Gebieten zu ermöglichen.

Bis zu vier Stunden gibt die Batterie Wärme ab. Durch einen elektrischen Widerstand erwärmt, verflüssigen sich die Paraffin-Beutel des Inkubators. Bei einem Stromausfall verfestigt sich das Paraffin und gibt Wärme ab. Ein speziell entworfene Metallring dient dazu, den Apparat sicher zum Fahrzeug tragen zu können. Im Falle eines Aufpralls dient er als Stoßdämpfer. «Robust Nest» ist für den einfachen Transport optimiert und kann von nur einer Person transportiert werden, während herkömmliche Inkubatoren von drei bis vier Personen getragen werden müssen.

«Der nächste Meilenstein wird eine Vor-Ort-Prüfung in Nairobi und in Krankenhäusern bis Ende 2021 sein. Diese Tests betreffen die Ergonomie des Produkts, die Akzeptanz und die Schnittstelle», sagt Fabien Roy. «Nach den Rückmeldungen aus der Praxis wird eine Phase der Weiterentwicklung folgen. Ziel ist, das Produkt innerhalb der nächsten Jahre zu produzieren. Ich möchte dazu beitragen, mit «Robust Nest» eine inakzeptable Situation bezüglich der Gesundheit von Neugeborenen in Afrika zu verbessern.»

Jury-Sprecher Dominic Sturm, Präsident der Swiss Design Association, sagt zum Gewinnerprojekt: «Produktdesigner Fabien Roy greift mit seinem als Masterarbeit an der ECAL entstandenen Projekt Robust Nest ein relevantes Thema auf. Das Projekt, realisiert als Kooperation zwischen der ECAL und dem Essential Tech Center EPFL, überzeugt sowohl auf technischer als auch auf designspezifischer Ebene. Die Jury würdigte, wie umfassend der Designer die Bedürfnisse der Zielgruppe berücksichtigt und in das Design integriert hat.»

Die beiden zweiten Plätze teilen sich die ebenfalls an der ECAL in Lausanne entstandene Masterarbeit «Ruei-01» von Maxwell Ashford und das als Bachelorarbeit am Institut für Industrial Design der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) entstandene Projekt «S'Werve» von Julia Bächi.

Zweiter Platz: Digital eingebettete Materialinformaten des Prototypen «RUEI-01» ermöglichen die automatisierte Demontage des Schuhs. Foto: Maxwell Ashford

Zweiter Platz: Dank eines Schwenkgelenks kann der Sportrollstuhl «S'Werve» durch Gewichtsverlagerung gesteuert werden.

Beim James Dyson Award werden junge Designer und Designerinnen prämiert. Ziel des Preises ist es, ihre Arbeiten auf globaler Ebene präsentieren zu können. Die diesjährige Jury aus der Schweiz bestand aus den Experten Werner Baumhakl (Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW), Franziska Füglistaler, (cardossier), Alexis Georgacopoulos (ECAL Ecole cantonale d’art de Lausanne), Professor Nicole Kind (Zürcher Hochschule der Künste), Mirjam Rombach (Hochparterre Magazin für Architektur und Design) und Dominic Sturm (Swiss Design Association). Die Gewinner der nationalen Wettbewerbe erhalten jeweils 2300 Franken, das Preisgeld für den internationalen Wettbewerb beträgt 35000 Franken. In diesem Jahr gab es über 2000 Einreichungen aus 28 Ländern. 

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